Die Lehrer an den Blumenthaler Schulen bemängeln schon lange, die unzumutbare Situation in den Einrichtungen. Von den Maßnahmen der Bildungsbehörde komme nichts an. Foto: Pixabay Die Lehrer an den Blumenthaler Schulen bemängeln schon lange, die unzumutbare Situation in den Einrichtungen. Von den Maßnahmen der Bildungsbehörde komme nichts an. Foto: Pixabay
Beirat Blumenthal

Lehrer bemängeln Bildungssituation in Blumenthal

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Wieder beschäftigte sich der Beirat mit der Bildungssituation in Blumenthal, wieder kamen viele Pädagogen und wieder machten sie auf die Zustände an den Schulen aufmerksam. Der Tenor: Die Situation ist unzumutbar.

Die Plattform im jüngsten Blumenthaler Beirat in dieser Woche haben insbesondere die Lehrer der Schulen an der Wigmodistraße und am Pürschweg genutzt: Sie berichteten von Gefährdungsanzeigen, die sie vor Monaten geschrieben und auf die sie bis heute keine Antwort erhalten haben.

Sie klagten über fehlende Lehrkräfte, fehlenden Förderunterricht, Schüler mit Sprachdefiziten, die nicht angemessen unterrichtet werden können, über Schüler mit Wahrnehmungs- und Entwicklungsstörungen, die keine Assistenz haben, über zu wenig Räume und fehlende Plätze in den Vorkursen. So würden zum Beispiel an der Wigmodistraße anstelle der vorgesehen 94 Sonderpädagogikstunden lediglich vier erteilt.

Olaf Genthe-Welzel von der Schulaufsicht für Grundschulen bestätigte das Bild teils: Alle dritten Jahrgänge an den Blumenthaler Grundschulen sind überfrequentiert. Teilweise sitzen bis zu vier Kinder mehr in den Klassen als eigentlich vorgesehen. In den Jahrgängen eins und zwei seien indes meist Plätze frei.

Mehrere Maßnahmen sollen Schulen entlasten

Zuvor hatte Michael Huesmann von der Senatorin für Kinder und Bildung noch die Maßnahmen vorgestellt, mit der die Situation an den Schulen in Bremen, aber ganz besonders in Blumenthal, verbessert werden soll. Der nördliche Stadtteil sei besonders von Familienzuzügen betroffen, die unter anderem mit einer steigenden Anzahl von Förderkindern einhergingen.

Zu den Maßnahmen: Da wäre zum Beispiel das Projekt „Schulhilfe“, bei dem bisher nicht qualifizierte oder anderweitig vorgebildete Personen für eine Erzieherausbildung gewonnen und an Ganztagsschulen eingesetzt werden sollen. Zudem gibt es an einzelnen Schulen zusätzliche Sprachförderstunden, Stabilisierungsgruppen für Kinder mit Förderbedarf sowie Mathe-Förderung und Lehrerwochenstunden für überfrequente Klassen, erläuterte Huesmann.

Arbeitsmarkt für Pädagogen ist leer gefegt

Das Ressort hofft, die Schulsozialarbeit mit einem entsprechenden Auftrag des Senats weiter zu stärken. Der Sozialindikator, der eine Rolle bei der Stundenzuweisung spielt, werde überarbeitet.

Der Knackpunkt: Der Arbeitsmarkt für Pädagogen ist leer gefegt. Die Maßnahmen helfen nicht, wenn man zum Beispiel zusätzliche Lehrerstunden nicht mit Köpfen hinterlegen kann, sagt Huesmann. Insbesondere im Bereich Sonderpädagogik werde in Bremen zu wenig ausgebildet. Hinzu komme die Tatsache, dass viele Lehrkräfte andere Standorte gegenüber Bremen-Nord vorziehen.

Thema soll im Ausschuss weiter behandelt werden

Huesmann erläutert, dass die Behörde inzwischen schaue, an welchen Schulen die Not besonders groß ist und Lehrer entsprechend zuweise. Zudem werbe man um Studienabbrecher mit fachlicher Richtung und versuche, diese zu einer beruflichen Umorientierung zu bewegen. Auch Lehrer, die in den vergangenen drei Jahren in den Ruhestand gegangen sind, schreibe man an.

Den Vorwurf aus dem Publikum, dass es in anderen Bundesländern besser laufe, wies Huesmann zurück: „Im Vergleich befinden wir uns in Bremen auf einer Insel der Glückseligen“.

Die Bildungssituation wird Blumenthal weiter beschäftigen. Der Beirat sprach sich dafür aus, dass Thema Bildung in einem Ausschuss weiter zu behandeln.

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