Jugendliche des Treffs No Moor gestalten mit dem Künstler Jesse Himme (rechts) ihre eigenen Graffiti-Bilder. Foto: Bültel Jugendliche des Treffs No Moor gestalten mit dem Künstler Jesse Himme (rechts) ihre eigenen Graffiti-Bilder. Foto: Bültel
Stuhr

Streetworker-Workshops: Kunst aus der Spraydose

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Ein Wolf heult, Sterne in Neon-Farben umgeben Planeten, eine Blume wächst ins Weltall: Den jungen Graffiti-Künstlern des Jugendtreffs No Moor sind keine Grenzen gesetzt.

 Zur ersten Osterferienwoche hat der Jugendtreff zum wiederholten Male den Bremer Künstler und Sprayer Jesse Himme eingeladen. „Er schafft es innerhalb von vier Tagen, aus Laien Profis zu machen“, sagt Silke Amrhein, Leiterin von No Moor.

Die jungen Teilnehmer haben sich ihre Motive selbst ausgedacht, die sie zusammen mit dem Künstler entwickeln. „Die Themen waren völlig frei“, sagt Himme. Im Anschluss schneiden sie die Schablonen aus und besprühen die Leinwände. Kleine Steine beschweren die Schablonen aus Pappe und hindern sie am Wegfliegen und Verrutschen.

„Es gibt so viele Möglichkeiten“

„Es gibt so viele Möglichkeiten, ohne Vorkenntnisse Anspruchsvolles zu gestalten“, sagt Himme.

Zum Schutz vor den Dämpfen und der Farbe tragen die Jugendlichen Mundschutz und Schutzkleidung. „Die Sprühdose ist ein unglaubliches Medium“, sagt Himme. „Es sind sehr viele schöne Bilder entstanden.“

Ihre Ergebnisse können die Teilnehmer mitnehmen. „Die Jugendlichen sind Minikünstler geworden“, freut sich Amrhein. „Mit dem Wissen aus dem Workshop können sie zu Hause weiterarbeiten.“

Der pädagogische Aspekt fließt ebenfalls in den Workshop ein. So erklärt der Künstler, was die Jugendlichen mit der Sprühdose machen können und was nicht.

Kurse und Workshops

„Nachts etwas an eine Wand zu sprühen ist hässlich, hat keinen künstlerischen Anspruch, kostet Geld und ist illegal“, sagt Himme. Geübt werden soll deswegen zuhause auf einer Leinwand.

Der Künstler selbst verziert seit sechs Jahren hauptberuflich Firmen und Geschäfte mithilfe der Spraydose. Aber auch Privatleute möchten eine Wand oder Zimmer mit Graffiti verschönert haben.

„Die Leute sehen es als Kunst an“, sagt Himme. Seine Arbeit bestehe zu 70 Prozent aus der Innen- und Außengestaltung, zu 30 Prozent aus Kursen und Workshops.

12.000 Euro gesammelt

Der Kurzworkshop bei No Moor wird durch einen Teil der Spendengelder des Lise-Meitner-Schule-Spendenlaufs finanziert. Insgesamt konnten rund 12.000 Euro beim Lauf vergangenes Jahr gesammelt werden. Die Hälfte bekam der Jugendtreff. Neben dem Sprayerprojekt fahren die Mitarbeiter von No Moor mit einer Gruppe Jugendlicher kommende Woche nach Nordderney.

„Viele Jugendliche kennen die Nordsee noch nicht. In Nordderney lernen sie das Wattenmeer kennen und kommen raus in die Natur“, sagt Amrhein.

Jugendliche zwischen zehn und 20 Jahre können montags bis freitags ab 15.30 Uhr im Jugendtreff No Moor, Neuer Weg 1, vorbei kommen. Aufgrund des Nordderney-Ausflugs ist No Moor bis einschließlich Karfreitag geschlossen. Weitere Infos zu Jesse Himme sind unter makeitbright.de abrufbar.

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