Die Freitags-Pizza wird serviert von Elisabeth Kölsch. Foto: Schlie
Gastrotest

Karton in der Neustadt: Wie in einem Wimmelbild

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Gemütlich und „abgespaced“, aber leicht chaotisch: Das Café Karton in der Neustadt bietet seinen Gästen eine schöne Möglichkeit den Arbeitsalltag zu vergessen - leider war auch der Service etwas zu gechillt.

Ambiente Kochmuetze-schwarz2Kochmuetze-schwarz2Kochmuetze-schwarz2Kochmuetze-schwarz2Kochmuetze grau 2

Wie im Wohnzimmer sitzt man auf kuscheligen Couches an niedrigen Tischchen, wo man seinen Teller auf den Knien balancieren muss. Wer Glück hat, ergattert einen der Plätze an den Paletten-Tischen oder dem großen Essplatz in der Mitte des Raumes. Viel Holz, Pflanzen, Retro-Chic und eine große Fensterfront mit Blick auf den Teerhof gibt es außerdem. Im wahrsten Sinne des Wortes „abgespaced“ ist die weitere Deko: Figuren, Raumschiffe und Planeten schweben an Decke und Wänden – fast fühlt man sich wie inmitten eines Wimmelbildes. Das macht Laune und lässt den Arbeitsalltag zumindest ein bisschen vergessen.

Essen Kochmuetze-schwarz2Kochmuetze-schwarz2Kochmuetze-schwarz2Kochmuetze grau 2Kochmuetze grau 2

Ein Mittagsmenü hält das Café bereit. Bei unserem Besuch gab es ein leckeres Pastinaken-Cremesüppchen, serviert in einem Einweckglas. Die Suppe war heiß, hatte eine schöne Konsistenz und schmeckte angenehm nach Thymian und Kokosmilch. Dann kam ein großer Teller Allerlei: Drillinge mit Bärlauchsahne, dazu marinierter Tofu, frischer Zucchinisalat und ein gefüllter Champignon. Heiß waren bei dem Essen nur die Kartoffeln. Die Tofuwürfel in Kräutermarinade und die recht unspektakulären Zucchinistreifen waren jeweils kalt, der mit einer undefinierbaren Bulgurmasse gefüllte Champignon lauwarm. Alles zusammen lag in einer Sauce, bei der die Sahne nicht herauszuschmecken war. Sie erinnerte eher an einen Joghurtdip.
Als zweites Gericht bestellten wir geröstetes, selbst gebackenes Brot mit Camembert. Der zerlaufene Käse wurde begleitet von dünnen Birnenscheiben, dazu gab es Feigensenf – lecker, aber keine große Kochkunst.

Service Kochmuetze-schwarz2Kochmuetze-schwarz2Kochmuetze grau 2Kochmuetze grau 2Kochmuetze grau 2

Der erste Eindruck vom Karton: Chaotisch. So genau weiß man als Neuling nicht, wo man hin muss, ob jemand an den Tisch kommt, wo man bestellen kann, was es überhaupt gibt. Der gechillte Mitarbeiter hinter dem Tresen gibt aber zumindest auf Nachfrage Auskunft. Bestellt wird bei der liebenswerten Köchin, direkt an der Küchenzeile. Von da aus hat man auch einen guten Einblick in die kleine Arbeitsstätte. Besteck und Servietten nimmt man sich selber mit, das Essen wird an den Tisch gebracht. Leider arg zeitversetzt, denn erst als wir den Menüteller schon halb aufgegessen hatten, gab es das Brot.

Preise Kochmuetze-schwarz2Kochmuetze-schwarz2Kochmuetze-schwarz2Kochmuetze-schwarz2Kochmuetze grau 2

Im guten Durchschnitt liegen die Preise: 7,50 Euro für das Menü und 4,50 Euro für das Brot sind ok. Ein Wasser (0,9l) kostet 2,20 Euro, Haake Beck (0,33l) 2,40 Euro und Wein (0,2l) gibt es ab 4,50 Euro.

Fazit

Eine chillige Mittags-Alternative. Allerdings könnte man am Service noch ­arbeiten.

Karton
Am Deich 86
Öffnungszeiten: dienstags bis samstags von 12 bis 22 Uhr
Mehr Infos bei Facebook unter
https://de-de.facebook.com/KartonBremen/

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