Anwohner sorgen sich um den ehemaligen Wasserturm auf dem Stadtwerder. Foto: Schlie
Nutzungspläne

Bremens Wasserturm: Im Dornröschenschlaf

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Es ist eines der imposantesten Gebäude Bremens, doch der Wasserturm auf dem Stadtwerder, auch umgedrehte Kommode genannt, schlummert ungenutzt vor sich hin. Dabei waren für den Koloss einige interessante Ideen geplant.

Wie steht es um den Wasserturm auf dem Stadtwerder – um die sogenannte umgedrehte Kommode? Die Anwohner machen sich inzwischen Sorgen, das Mauerwerk könnte marode sein, gar abplatzen. „Das Gebäude vergammelt langsam, und das ist sehr schade. Es gäbe so viele tolle Möglichkeiten für die Kommode“, sagt Manfred Steiner, Nachbar des Backsteinkolosses.

Flechten, Moose und kleinere Bäumchen sind am und im Mauerwerk gewachsen. Auf dem Gelände klafft eine Grube. „Es hat sehr lange gedauert, bis ein Zaun zur Sicherheit drum herum gebaut wurde“, sagt Steiner, der sich mit seinen Bedenken an das Ortsamt gewandt hatte.

„Es droht keine Gefahr“

Was das Gemäuer des seit 1978 als Kulturdenkmal ausgewiesenen Wasserturms angeht, gibt Landesdenkmalpfleger Georg Skalecki Entwarnung: „Wir haben ihn im Blick, es ist ein sehr robustes Bauwerk und es droht keine Gefahr.“

Mit dem Fernglas werde der Zustand der umgedrehten Kommode beobachtet. „Wir haben aber auch per Gesetz die Möglichkeit, das Gelände zu betreten, um das Mauerwerk zu überprüfen“, erklärt Skalecki. Dies müsse aber mit dem Eigentümer abgesprochen werden.

Kurzzeitig Theater und Ausstellungsraum

Was aber künftig im alten Wasserturm geschehen werde, darüber weiß auch der Leiter des Landesamts für Denkmalpflege nichts – und das müsste er, sollte es denn aktuelle Pläne geben. „Wir sind nicht die Handelnden. Offenbar gibt es noch kein neues Konzept“, erklärt Skalecki.

Der 47 Meter hohe Wasserturm war vor rund zwölf Jahren vom Energieversorger SWB an die Gesellschaft Wasserturm Bremen verkauft worden. In der Zwischenzeit war er kurzzeitig für Theateraufführungen und Ausstellungen genutzt worden.

Hochschule hatte Interesse bekundet

Zu aktuellen Plänen für die 1871 bis 1873 erbaute umgedrehte Kommode äußerte sich auf mehrfache Nachfrage indes keiner der Gesellschafter. Dabei gab es bereits Ideen, die auch im Einklang mit dem Denkmalschutz umsetzbar gewesen wären.

Rund zwei Jahre ist es her, dass die Hochschule Bremen als Nutzer für das Gebäude gehandelt wurde. „Das ist eine sehr sympathische Idee und ein interessanter Weg“, sagt Skalecki. Doch auch diese Pläne sind offenbar vom Tisch.

„Wir hätten das Gebäude als Erweiterung des Nautik-Fachbereichs nutzen können“, bestätigt Ulrich Berlin, Sprecher der Hochschule Bremen. „Bis heute sind wir allerdings in keine weiteren Überlegungen einbezogen worden. Auch nicht was eine Teilnutzung des Wasserturms angeht“, sagt der Hochschul­sprecher.

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