: Baden in der Weser wie hier bei Café Sand ist nur auf eigene Gefahr erlaubt, die Strömung ist sehr stark. Foto: Schlie Baden in der Weser wie hier bei Café Sand ist nur auf eigene Gefahr erlaubt, die Strömung ist sehr stark. Foto: Schlie
Baden

Chemische Belastung: „Die Weser ist völlig desolat“

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Bei steigenden Temperaturen scheint ein Sprung in die Weser eine willkommene Abkühlung. Doch die Flüsse in Deutschland und somit auch die in Bremen sind in einem schlechten Zustand, heißt es von der Bundesregierung.

Nur 6,6 Prozent der bewerteten Abschnitte seien nach europäischen Wasserrechtlinien ökologisch in gutem und nur 0,1 Prozent in sehr gutem Zustand.

Die Richtlinien setzen sich laut Deichhauptmann Michael Schirmer aus drei Kriterien zusammen: Natürliche Uferzone, keine Gifte im Wasser, und eine Gemeinschaft von Tieren und Pflanzen. „Es nützt nichts, wenn der Fluss natürlich verläuft, aber Chemikalien die Tiere und Pflanzen umbringen“, sagt Schirmer.

„Nicht mehr ganz so schlimm wie früher“

Auch die Weser ist begradigt und das Ufer künstlich angelegt. „Man kommt größtenteils gar nicht ins Wasser rein, ohne sich den Fuß zu brechen“, sagt Schirmer.

Es herrsche auch ein starker Tidenhub von 4,20 Metern. Das Ufer ist demnach zweimal am Tag völlig trocken und bietet Pflanzen keinen Lebensraum.

„Die chemische Belastung in der Weser ist sehr mäßig und nicht mehr ganz so schlimm wie früher“, sagt Schirmer. Dies liege vor allem an den verbesserten Kläranlagen.

Wümme in besserem Zustand

„Es herrscht eine Tendenz zur Verbesserung bei der Wasserqualität“, sagt Schirmer. Während die Chemie für Badegäste ungefährlich sei, töte sie Tiere.

Momentan werde überlegt, durch weitere Reinigungsstufen in den Kläranlagen Spurenstoffe im Wasser zu verhindern.

Auch wenn sich in der Weser viele Fischarten tummeln, gibt es laut Schirmer kaum Wasserpflanzen: „Die Weser ist völlig desolat.“

Die Wümme sei in einem bessern Zustand. „Die Röhrichte stehen dort aber zum Teil nur noch in Fetzen.“ Der Bestand gehe durch den Tidenhub pro Jahr bis zu zwei Meter zurück.

Die Alternativen 

Trotzdem: „Es gibt keine Hinweise darauf, dass das Wasser gesundheitsschädigend ist“, sagt Schirmer. Vorsicht ist trotzdem geboten.

„Die Strömung ist sehr stark und die Schiffe fahren schnell. Da besteht Lebensgefahr.“

Eine bessere Alternative zum Baden seien Seen. „Im Großteil unserer gepachteten Gewässer sieht es gut aus“, stimmt Ralf Klanke vom Angelverein SFV-Bremen zu.

Blaualgen im Sommer

„Die Wasserwerte sind in Ordnung. Im Sommer haben wir nur manchmal Blaualgen.“ Bei starkem Vorkommen stellt das Umweltressort Warnschilder auf.

Infos zu Baden in Bremen unter bauumwelt.bremen.de

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