Bremer Boliden: Frühling ist Tuning-Zeit -
Martin Janssen (links) und Viktor Schlag, Besitzer eines mit goldener Folierung überzogenen Mercedes C63 AMG, sind jeden Tag in der Werkstatt von Protech aktiv. Foto: Schlie
Fahrzeugmodifikation

Bremer Boliden: Frühling ist Tuning-Zeit

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Kaum scheinen die ersten Sonnenstrahlen in der Hansestadt, erwacht auch die Bremer Tuning-Szene aus ihrem Winterschlaf. Martin Janssen von Protech erklärt die neuen Trends sowie die Grenzen des Hobbys.

„Frühlingsanfang ist Saisonbeginn“, sagt Martin Janssen, Chef der Tuning- und Motorsportwerkstatt Protech Fahrzeugtechnik in Horn-Lehe. Jedes Jahr ist seine Werkstatt um diese Zeit voll mit Boliden oder solchen, die es noch werden wollen.

Wenn ein Kunde zum ersten Mal zu Protech kommt, fängt es meist mit einer Tieferlegung an. „Das ist erstmal das Wichtigste“, sagt Janssen. Dann folgen oft neue Alufelgen, Folierungen oder abgetönte Scheiben.

„Das Auto erregt immer wieder Aufsehen“

„Je nach Alter sind die Wünsche natürlich unterschiedlich. Ältere Kunden bevorzugen zum Beispiel Komfortversionen von Gewindefahrwerken“, sagt er. Ebenfalls beliebt ist das sogenannte „Chip-Tuning“, also ein Modifizieren des Motors zur Leistungssteigerung.

Tuning ist eine besondere Leidenschaft, findet Janssen: „Die Leute wollen etwas individuelles zeigen. Jeder hat da ganz spezielle Wünsche.“ So zum Beispiel auch Viktor Schlag, der in der Werkstatt für Scheibentönung zuständig ist. Schlag besitzt einen Mercedes C63 AMG mit goldener Folierung, über 500 PS und sechs Litern Hubraum. „Das Auto erregt immer wieder Aufsehen“, freut er sich.

Keine organisierte Raser-Szene

Bei aller Begeisterung gebe es jedoch leider auch immer wieder Leute, die es mit dem Tuning übertrieben, erzählt Martin Janssen. „Die machen den Ruf der Tuning-Szene kaputt“, sagt er. Zum Glück seien sie aber deutlich in der Unterzahl. Illegale Rennen haben nichts mit Tuning zu tun, erklärt der Autoexperte. 

Laut der Bremer Polizei treffen sich in letzter Zeit immer wieder Tuning-Fanatiker an öffentlichen Plätzen. Dabei kommt es oft zu Lärmbelästigungen, zum Beispiel wenn die Fahrer ihre Motoren aufheulen lassen.

„Darum ist es für viele Bewohner manchmal fraglich, ob es sich lediglich um ein Tuning-Treffen handelt oder ob ein illegales Autorennen bevorsteht“, sagt Polizeisprecherin Jana Schmidt. Eine organisierte Raser-Szene, die Autorennen veranstaltet, sei den Behörden in Bremen jedoch nicht bekannt.

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