X1-Krankenwagen_4sp. Foto: av Einer der drei in Huchting stationierten Rettungswagen soll zur Feuerwache 2 nach Hastedt verlegt werden, um den Bereich in der Innenstadt zu verstärken. Foto: av
Notfallhilfe

Für die einen mehr, für die anderen weniger

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In Huchting müssen die Menschen künftig mit weniger Hilfsmöglichkeiten rechnen, wenn es zum medizinischen Notfall kommt. Ein Krankenwagen wird in die Innenstadt versetzt - und mit diesem auch zehn Rettungskräfte.

Ein Kind stößt sich beim Spielen den Kopf, auf der Autobahn stoßen zwei Autos zusammen, ein älterer Mensch stürzt: Sofort wird die Notrufnummer 112 gewählt und ein Rettungswagen rückt aus.

Doch im Stadtteil Huchting soll im Mai einer der drei Rettungswagen abgezogen werden, zehn der 26 Malteser-Mitarbeiter sollen versetzt werden. Künftig sind sie an der Feuerwache 2 in Hastedt stationiert. Das kündigten Michael Richartz von der Feuerwehr Bremen und Birthe Heins vom Senator für Inneres jetzt im Beirat Huchting an.

Die Realität sieht anders aus

Die Rettungswagen sollen bei mindestens 95 Prozent aller Notfälle innerhalb von zehn Minuten vor Ort sein. Doch die Realität sieht anders aus: In Huchting lag die sogenannte Hilfsfrist 2017 bei 89,92 Prozent und damit über dem Bremer Durchschnitt von 89,81 Prozent.

Ein Gutachter des Unternehmens Euracom kam zu dem Ergebnis: Die Fahrzeuge im Stadtgebiet sind falsch verteilt. Auftraggeber war die Innenbehörde. „Bis 2017 trennten wir die Rettungswagen in zwei Typen auf“, sagt Heins von der Innenbehörde.

„Nicht für Notfälle gedacht“

Das klassische Fahrzeug sei für den Notdienst eingeteilt gewesen und behandle die Fälle, bei denen es um jede Sekunde geht. Der zweite, identisch ausgestattete Wagen rücke aus, wenn der Patient während der Fahrt kollabieren könnte. Dieses System benötige aber mehr Fahrzeuge.

Der dritte Rettungswagen in Huchting war ursprünglich vom zweiten Typ. „Er ist in Huchting nur stationiert und nicht für Notfälle gedacht“, sagt Heins. So fuhren die beiden regulären Fahrzeuge seit 2017 genau 1.155 Einsätze in Huchting, aber 290 Einsätze außerhalb.

Der dritte Wagen war in derselben Zeit zu 186 Einsätzen in Huchting unterwegs und 140 Mal auswärts. „Pauschal helfen wir ein- bis dreimal die Woche in Delmenhorst oder im Landkreis Diepholz aus“, sagt ein Maltesermitarbeiter.

Kurze Wege in der Innenstadt

Nun sollen die Einsätze außerhalb von Huchting reduziert werden. „Wir möchten den Innenstadtbereich verstärken“, sagt Richartz. „In Richtung Mitte wohnt die meiste Bevölkerung, weshalb wir die Rettungswachen verdichten.“

Der Wagen aus Huchting soll künftig nur noch im Einsatzbereich der Feuerwache 2 unterwegs sein. Das Gutachten berücksichtigt laut Malteser nur die Einsatzzahlen, nicht die Auslastung. „In der Innenstadt sind die Krankenhäuser schließlich nur fünf Minuten vom Einsatzort entfernt“, sagt ein Mitarbeiter.

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