Das Sondereinsatzkommando war mit mehreren Beamten vor Ort. Foto: Spier An den Razzien nahmen auch SEK-Beamte teil. Symbolfoto: Spier
"Nordadler"

Verdacht auf Rechtsterrorismus: Razzia in Bremen

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Spezialeinsatzkräfte haben am Dienstagmorgen mehrere Wohnungen im Bundesgebiet durchsucht, darunter in Thüringen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und - laut Recherchen des Südwestrundfunks - auch in Bremen-Blumenthal.

Wie die Bundesanwaltschaft am Dienstag mitteilte, seien die Wohnungen von fünf Personen durchsucht worden. Bis auf eine Person aus Thüringen, stünden alle im Verdacht, sich spätestens 2017 zur rechtsterroristischen Vereinigung “Nordadler” zusammengeschlossen zu haben. 

Die Gruppe soll das Ziel verfolgen, den Nationalismus im Land zu stärken. “Dazu haben sie auch bislang aber noch nicht näher konkretisierte Anschläge auf politische Gegner in Erwägung gezogen”, wie es in dem Schreiben der Bundesanwaltschaft heißt. 

Weder Festnahmen noch Waffenfunde bestätigt

Es bestand der Verdacht, dass sich die “Nordadler” zu Anschlags-Zwecken bereits Waffen, Munition sowie Materialien zum Bombenbau beschafft haben. Eine der Razzien, für die auch das Spezialeinsatzkommando (SEK) hinzugezogen wurde, habe in einer Wohnung in Blumenthal statt gefunden. Dies haben Recherchen des Südwestrundfunks ergeben, so ein Bericht des NDR. 

Laut Markus Schmidt, Sprecher der Bundesanwaltschaft, gab es in Bremen weder Festnahmen noch Waffenfunde. Allerdings seien Handys und Computer beschlagnahmt worden – auch um  “eventuelle Chat-Verläufe einsehen zu können”, so Schmidt. Das Landeskriminalamt Niedersachsen habe die weiteren Ermittlungen übernommen.

Grüne: “Auch in Bremen eine reale Bedrohung”

Aus der Bremer Politik wurde bereits die erste Stimme laut: „Die Verharmlosung des Rechtsextremismus in Deutschland muss aufhören. Reichsbürger, Identitäre & Co. sind auch in Bremen eine reale Bedrohung”, sagt der Sprecher der Grünen, Matthias Makosch. 

Es sei die Aufgabe der Ermittlungsorgane, dort entschieden zu handeln. 

(Letzte Aktualisierung: 17. April, 17.35 Uhr)

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