Florian Kohfeldt an der Seitenlinie im Gespräch mit Maximilian Eggestein. Gesprächsbedarf: Florian Kohfeldt nutzte gegen Frankfurt jede Spielunterbrechung für taktische Anweisungen. Oft diente dabei Maximilian Eggestein als Übermittler der Informationen ans Team. Foto: nordphoto
Situation

Werder mit der Mentalität einer Spitzenmannschaft

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Trotz zehn Punkten Vorsprung auf den FSV Mainz 05 auf Rang 16 will man bei Werder den Klassenerhalt noch nicht ausrufen. "Der Relegationsplatz ist noch in Reichweite", warnt Trainer Florian Kohfeldt.

Spielerisch hatten sich die Bremer schon mit Kohfeldts Amtsübernahme im Herbst aus dem Abstiegskampf verabschiedet. Jetzt kann man es endlich auch an der Tabelle ablesen. Werder bewegt sich  mit 36 Zählern auf Augenhöhe mit Augsburg und Berlin. Weder in der Hauptstadt noch bei den bayrischen Schwaben redet jemand über den Abstiegskampf.

Zur Erinnerung: Gerade einmal fünf Punkte hatte die Truppe nach zehn Partien auf dem Konto und nur drei Tore geschossen. Kohfeldt gab die Order aus, sich aus dem Keller zu kombinieren. Bei Werders spielfreudiger Truppe fiel die Saat auf fruchtbaren Boden. Entscheidend sei gewesen, „dass die Jungs sich getraut haben, den Weg mitzugehen“, erklärte der Trainer nach dem Erfolg gegen Frankfurt.

„Weit weg von einer Spitzenmannschaft“

Doch wieviel Luft ist noch nach oben? Immerhin hat Werder mit Dortmund, Schalke und nun auch Frankfurt drei Champions-League-Kandidaten bezwungen. „Wir sind noch ganz weit weg von einer Spitzenmannschaft“, meinte Kohfeldt. „Aber wir wollen die Mentalität von Ihnen lernen. Wir wollen immer gewinnen“, erklärte er.

Was richtig war, als Werder tief im Sumpf steckte, soll auch weiterhin gelten: „Man muss sich ein Stück von der Tabelle lösen“, sagte Kohfeldt.“Man muss die Gier haben, sich weiterzuentwickeln. Dann kommt alles andere als Nebenprodukt.“ 

Flexibilität als Erfolgsfaktor

Ein Beleg dafür, wie weit die Bremer sind, lieferte die Partie gegen die Eintracht. Die Kohfeldt-Elf präsentierte sich unheimlich flexibel. Wie oft sie die Grundordnung geändert hatten, wussten weder Trainer noch Mannschaft hinterher genau zu sagen. „Etwa 15-mal“, schätzte Thomas Delaney in der Mixed-Zone und grinste.

„Mann muss sich das nicht so vorstellen, dass ich das ständig von außen vorgebe. Die Mannschaft entscheidet das auf dem Platz. Es geht immer um Zuordnung“, erläuterte der Coach. Man habe Spieler, die auf dem Feld erkennen würden, wie man auf die Bewegungen des Gegners reagieren müsse. Und einen Trainer, der ihnen einerseits sehr viel Freiraum gibt und sie andererseits in die Pflicht nimmt, die daraus erwachsende Verantwortung zu tragen. Dieses Modell funktioniert bei Werder derzeit ausgezeichnet. 

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