Brokhuchtinger Landstraße, Foto: av Eine räumliche Trennung von Autofahrbahn und Fahrradweg ist aufgrund der Fahrbahnbreite nicht möglich. Foto: av
Separater Fahrradweg

Fahrradfahrer sind gefährdet

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Die Brokhuchtinger Landstraße verbindet Strom und Huchting auf kürzestem Weg miteinander. Darüber, dass auf der Strecke ein separater Fahrradweg her muss, herrscht Einigkeit, nicht aber über die Umsetzung.

Genutzt wird die Strecke sowohl von Autos als auch von Radfahrern. Die Beiräte der betroffenen Stadtteile setzen sich daher seit rund 15 Jahren für einen separaten Fahrradweg auf der Strecke ein.

„Durch die fehlende Breite der Fahrbahn kommt es vor, dass Fahrräder durch ihre geringere Geschwindigkeit die Autos blockieren. Kinder auf dem Schulweg werden dann schon mal von Autos geschnitten oder es kommt zu riskanten Überholmanövern“, erklärt Sonja Rose (CDU) vom Beirat Strom.

In der vergangenen Beiratssitzung in Woltmershausen nannte sie die Fahrradfahrer aufgrund der Situation überspitzt „Bremsklötze für Autos“. Pro Legilasturperiode stellen die Beiräte einen Antrag, sagt Rose.

Umweltbedenken und Kostengründe bisher Grund für Ablehnung

Auch gebe es ein Gutachten, welches der Verkehrssenator in Auftrag gegeben hat. Dieses enthält zehn Varianten eines Fahrradweges, deren Kosten jedoch bei rund 2 Millionen Euro liegen. Einer der Gründe für die bisherige Ablehnung.

Weiterhin gebe es große Umweltbedenken. Für einen zweispurigen Fahrradweg ist eine Breite von 2,5 Metern vorgegeben. „Damit käme der Weg der Fluchtdistanz von Vögeln zu nahe und die Fahrradfahrer könnten sie beim Brüten stören“, sagt Rose. Durch Pflasterung oder Teerung des Weges würden Tiere diesen außerdem als Barriere wahrnehmen.

Kompromissvorschlag der Beiräte

Der neueste Kompromissvorschlag der Beiräte aus Huchting, Seehausen, Woltmershausen und Strom, mit der Bitte an die Fachausschüsse sowie das Amt für Straßen und Verkehr um eine erneute Prüfung, beinhaltet eine kostengünstigere Variante, die gleichzeitig Rücksicht auf die Umwelt nimmt. Statt einer Pflasterung soll der Weg mit Feinschotter befestigt werden, was eine natürliche Regenwasserversickerung ermögliche.

Außerdem solle statt eines Radwegs ein Wanderweg angelegt werden, auf dem das Radfahren erlaubt ist. Für diesen liege die notwendige Breite bei 1,5 Metern, wodurch die Fluchtdistanz der Vögel nur minimal unterschritten werde.

ADFC möchte festen Untergrund, Schotter sei nicht alltagstauglich

Nicht überzeugt von der Idee ist der Allgemeine Deutscher Fahrrad-Club Bremen (ADFC). „Sicher fänden wir es gut, wenn es einen Fahrradweg gebe, aber dieser darf kein Trampfelpfad sein“, sagt Verkehrsreferent Albrecht Genzel zum Schotterweg, „die sacken irgendwann seitlich ab und die Radfahrer können sich auf der Strecke nicht mehr begegnen“.

Die Idee sei für den Alltagsverkehr untauglich. Der ADFC wünsche sich einen Weg mit festem Untergrund, der vor allem winterdiensttauglich ist und den Vorgaben für Radwege entspricht.

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