Fotografien von Aliya Tonkobayeva zeigen das Alltagsleben ihrer Heimat Kasachstan. Foto: Möller Fotografien von Aliya Tonkobayeva zeigen das Alltagsleben ihrer Heimat Kasachstan. Foto: Möller
Ausstellung

Fotoimpressionen zeigen den Alltag in Kasachstan

Von
Postsowjetisches Alltagsleben in Kasachstan ist Thema einer Fotoausstellung, die noch bis Ende Juli im Bistro des Kreishauses, Osterholzer Straße 23, gezeigt wird.

Aliya Tonkobayeva studiert an der Jacobs-University in Bremen-Grohn. Die 36-Jährige hat vor fünf Jahren die Leidenschaft am Fotografieren entdeckt. Ihre eigenen Sichtweisen kann das Publikum nicht bloß in Bezug auf den besonderen Standpunkt der Fotografin in den Bann ziehen, die besonderen Motive führen die Besucher der Ausstellung im Bistro des Kreishauses zudem in die Heimat der Studentin. „Die Menschen bei uns stören sich nicht groß daran, wenn sie fotografiert werden“, sagt sie. Ob das auch Ausländern gelingen würde, bleibt dahingestellt, ihre Fotografien leben auf jeden Fall von den authentischen Situationen.

In Kasachstan hat Aliya Tonkobayeva aus ihrem eigenen Blickwinkel Alltagssituationen aufgenommen, Menschen, Gebäude und Landschaften. Bilder zeigen Tänzerinnen in folkloristischen Kostümen, ein Hochhaus im Baustil der Sowjetzeit oder lachende Kinder. „Mein Cousin fragte mich, warum hast du auf dem Foto einer Skulptur im Parkeingang den Mann in der Jogginghose nicht abgewartet und erst dann fotografiert“, erzählt sie bei der Ausstellungseröffnung am Montagvormittag. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Sie wolle Situationen nicht beschönigen, sondern Realitäten abbilden.

Sowjet-Vergangenheit weiterhin sichtbar

Ein anderes Motiv zeigt ein Lenin-Denkmal. Die Vergangenheit Kasachstans als Teil der Sowjetunion ist noch immer sichtbar. Und für Aliya Tonkobayeva wäre es auch verkehrt, die Geschichte auszulöschen, „wir finden keinen Frieden, ohne die Vergangenheit“, sagt sie. Und sie erzählt, dass in ihrer Heimat nur rund 40 bis 45 Prozent der Einwohner ethnische Kasachen wären, es würden dort viele Russen, Tartaren und Ukrainer leben. All diese Bewohner mit unterschiedlicher Nationalität verbinde aber die Vergangenheit des Landes, gemeinsam gelte es einen Weg in die Zukunft zu finden.

14 Motive hat die Studentin für die Ausstellung im Kreishaus ausgesucht, die Bilder im Format 30 mal 45 Zentimeter können während der Öffnungszeiten, montags bis freitags von 8 bis 14 Uhr betrachtet werden.

Reise von Berlin nach Astana als neues Projekt?

Aliya Tonkobayeva denkt schon an ein Folgeprojekt: Sie möchte dafür mit dem Zug von Berlin nach Astana, der Hauptstadt Kasachstans, reisen, um unterwegs, am Ausgangsort sowie am Ziel Eindrücke mit der Kamera festzuhalten. Vielleicht das Thema der nächsten Ausstellung?

Teile den Bericht

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.