Landschaftsgärtner Manuel Peppler (von links), Carsten Specketer und Ulf Jacob begutachten die Dachbegrünung auf dem Gebäude der AOK Bremen/Bremerhaven an der Bürgermeister-Smidt-Straße. Foto: Schumacher
Gründachsatzung

Gründächer: Mehr Farbe auf dem Dach

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Experten fordern schnellere Umsetzung der vom Senat geplanten Gründachsatzung. Doch es gibt auch Kritiker, wie etwa den Verein Haus & Grund Bremen.

Zwitschernde Vögel, Schnittlauch, Thymian und Oregano auf Rasen, umringt von einem Kiesstreifen – ein Anblick, den man eher im heimischen Garten erwartet als auf einem Hochhaus in der Innenstadt. Auf dem Gebäude der AOK in Bremen ist dies schon einige Zeit Realität. Die Mitarbeiter der Krankenkasse erfreuen sich an drei Grünflächen auf den Dächern des Gebäudes, die im Frühling zum Leben erwachen.

„Die Begrünung bietet einige Vorteile für unsere Kollegen“, sagt Carsten Specketer vom internen Service der Kasse. Vor der Begrünung existierte hier ein Teerdach, das sich bei hohen Temperaturen sehr stark erhitzte. Die Dachbegrünungen sind nun ökologisch wertvoller: Das Wasser wird länger gespeichert und kann im Sommer effektiver für die Kühlung genutzt werden, sagt Specketer. Zudem biete sich Lebensraum für Tiere, insbesondere Insekten.

Nur wenig Beispiele in Bremen

Die Dachbegrünung der Krankenkasse ist jedoch nur eines von wenigen Beispielen an Dachbegrünungen in der Hansestadt. Die Baudeputation diskutiert zur Zeit mehrere Ansätze: Gründachsatzungen, quartierbezogene Regelungen in Bebauungsplänen oder Änderungen der Landesbauordnung sollen mehr Gründächer ermöglichen.

Ulf Jacob vom Bündnis Grünes Bremen kritisiert, dass bisher noch kein Beschluss vom Senat vorgelegt wurde: „Wir haben bereits gute Erfahrungen mit einigen Beispielprojekten gemacht. Nun muss sich auch langsam auf gesetzlicher Ebene etwas tun, damit auch alle Neubauten mit den passenden Voraussetzungen Dachbegrünungen vorweisen.“

Kritik vom Landesverband Haus & Grund

Ein Gegner der geplanten Satzungen ist Ingmar Vergau, Geschäftsführer des Landesverbands Haus & Grund Bremen. Er erkenne zwar die ökologischen Vorteile an, die Frage der Finanzierung sei jedoch eine ganz andere, sagt er. „Die Kosten eines Gründachs sind dreimal so hoch wie die eines herkömmlichen Daches“, sagt Vergau.

Ulf Jacob hält dagegen: „Langfristig zahlen sich die Begrünungen auf jeden Fall aus, da die Lebensdauer eines solchen Daches bis zur Sanierung deutlich länger ist und weniger Niederschlags- und Abwassergebühren anfallen.“

Beispiele für Gründachanlagen:

Gründach AOK Bremen/Bremerhaven

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Foto: Schumacher

Weitere Infos zum Thema Gründächer gibt es unter gruenes-bremen.de

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