Heinrich Lintze und Detlef Stein erzählen Bremer Geschichte. Foto: Schlie Heinrich Lintze und Detlef Stein erzählen Bremer Geschichte. Foto: Schlie
Zeitzeugen

Vom märchenhaften Bremen

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Viele Märchenerzähler und -Sammler haben in Bremen ihre Spuren hinterlassen. Vor allem in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Davon Zeugen viele kleine Details in der City.

„Aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen Zeugnisse von den Gebrüdern Grimm, Friedrich Wagenfeld und Hans-Christian Andersen“, sagt Heinrich Lintze.

„Meistens nehmen wir diese mehr oder minder kleinen Zeitzeugen der Geschichte im vorbeigehen aber gar nicht wahr. Das wollen wir ändern und den Hanseaten die Augen für die Historie ihrer Stadt öffnen.“

Rundtouren zu märchenhaften Orten

Deshalb bietet der Lehrer vom Alten Gymnasium gemeinsam mit dem Kunstwissenschaftler Detlef Stein (48) künftig Rundtouren zu den märchenhaften Orten in Bremen an – ausführliche Erläuterungen natürlich inklusive.

So erfahren Teilnehmer beispielsweise, dass die Fresken im Bacchuskeller etwas mit Wilhelm Hauff, Schriftsteller der Romantik (1802 bis 1827), zu tun haben.

Fresken  erinnern an Friedrich Wagenfeld

„Der hatte sich in Bremen unglücklich verliebt und darüber ein Epos verfasst. Nach dieser Erzählung ist der Keller ausgemalt“, erläutert der 65-Jährige.

Dass die Bremer Stadtmusikanten von den Gebrüdern Grimm stammen, ist weitläufig bekannt. „Und natürlich kommt man nicht umhin im Rahmen einer solchen Führung auch dort einen Stopp einzulegen“, sagt Lintze.

Aber die Spuren der zwei bekannten Märchenerzähler geht noch weiter: „Bei ihnen hat einst der Bremer Friedrich Wagenfeld studiert.“ Der hat in seiner Heimatstadt ebenfalls Spuren hinterlassen.

Wo ist die Gluckhenne?

Die Geschichte der Sieben Faulen geht auf ihn zurück, die den Brunnen in der Böttcherstraße zieren. „Wagenfeld war ferner so eine Art Baron von Münchhausen und hat die Dinge auf seine Weise interpretiert“, sagt Lintze.

Beispielhaft sei die Gluckhenne am Rathaus, die man suchen muss, wenn man nicht weiß, wo sie ist – nämlich über dem Bogen der zweiten Arkade. „Sie ist eigentlich ein Zeichen der Fruchtbarkeit. Wagenfeld schrieb die Geschichte um.

Spannende Anekdoten zur Bremer Geschichte

Seinen Behauptungen zufolge sei das Rathaus dort errichtet worden, wo einst eine Gluckhenne brütete – auf der höchsten Düne der Innenstadt, die folglich selten von Überschwemmungen bedroht war.“

Von solchen Anekdoten können die historisch bewandten Bremer diverse berichten. Termine für die Führungen sind der 25. Juni (15 Uhr und 18 Uhr), der 26. Juni (11 und 14 Uhr), der 3. Juli (10 Uhr) sowie der 4. Juli (14 und 18 Uhr). Die Teilnahme an der zweistündigen Tour kostet 10 Euro. Anmeldungen unter schweizer7@t-online.de

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