Umringt von mächenhaften Figuren tanzen Timothée Cuny (Sultan) und Adi Hanan (Scheherazade) miteinander. Foto: Stephan Walzl Umringt von mächenhaften Figuren tanzen Timothée Cuny (Sultan) und Adi Hanan (Scheherazade) miteinander. Foto: Stephan Walzl
Theaterhafen

Getanzte Märchen aus 1001 Nacht

Von
Kann man Märchen tanzen? Die Ballett-Compagnie des Oldenburgischen Staatstheaters beweist das mit den Märchen aus 1001 Nacht auf verspielt und anmutige, sinnliche und humorvolle Art und Weise.

Kann man Märchen tanzen? Kann man Gefühle darstellen? Kann man die Charaktereigenschaften einer Person durch Bewegung sichtbar machen? Der Ballett-Compagnie des Oldenburgischen Staatstheaters gelingt all das in der Ballett-Uraufführung von „Scheherazade erzählt aus 1001 Nacht“ spielerisch.

Eleonora Fabrizi, zuständig für Choreografie sowie die Kostüme, spricht mit der Familieninszenierung gleichermaßen Kinder als auch ein erwachsenes Publikum an. Das wird durch das harmonische Zusammenspiel der Tänzer und Tänzerinnen garantiert.

Maelenne Le Dorze und Gabrune Sablinskaite tanzen das Märchen von Fuchs und Wolf. Foto: Stephan Walzl

Maelenne Le Dorze und Gabrune Sablinskaite tanzen das Märchen von Fuchs und Wolf.
Foto: Stephan Walzl

Scheherazade, deren Geschichte dabei als roter Faden dient, da sie dem Sultan jeden Abend von neuen Abenteuern und Ereignissen erzählen muss, ist auch das Bindeglied des Balletts, in dem sich drei Geschichten aus „1001 Nacht“‘ entfalten: Aladdin und die Wunderlampe, die Geschichte von Fuchs und Wolf und Ali Baba und die 40 Räuber.

Die Tänzerin Adi Hanan macht den verspielt, unbedarften Charakter der Scheherazade mit ihren Bewegungen ebenso sichtbar, wie Timothée Cuny die Arroganz und Dominanz des Sultans und Oliver Jones die Sorge von Scheherazades Vater um seine Tochter.

Prächtige Kostüme und ein märchenhaftes Bühnenbild

Wieder einmal zeigt sich, dass das Zirkuszelt als Übergangstheater ein Gewinn für bestimmte Stücke sein kann. Die Zirkusatmosphäre und die roten Sitzbänke, die sich um die runde Bühne gruppieren, sind ein stimmiger Rahmen für die prächtigen Kostüme und das märchenhafte Bühnenbild.

Bei der Premiere ging ein Raunen durch das Publikum, als sich ein Teil des hoch über den Tänzern aufragenden Bühnenbildes für das Märchen von Ali Baba und den 40 Räubern öffnete und eine glitzernde Schatzkammer preisgab. Mit viel Zwischenapplaus bedankte sich das Publikum beim Ballettensemble für die einzelnen Geschichten. Auch bei den Kinder, die am Rand der Bühne sitzen dürfen, kommt die Aufführung sehr gut an.

Sinnlicher Tanz und berührende Musikstücke

Das Stück kommt fast ganz ohne Sprache aus, der sinnliche Tanz und die berührenden Musikstücke von Komponisten wie Claude Debussy, Antonio Vivaldi und Edvard Gieg machen es für die Zuschauer einfach, die Handlung zu verstehen.

In den Orient kann man sich am Theaterhafen nochmals am 9. 10., 14., 15. und 21. Juni, jeweils ab 11.30 Uhr entführen lassen. Die märchenhafte Reise dauert jeweils 50 Minuten.

Die Tänzerin Adi Hanan macht den verspielt, unbedarften Charakter der Scheherazade mit ihren Bewegungen sichtbar. Foto: Stephan Walzl

Die Tänzerin Adi Hanan macht den verspielt, unbedarften Charakter der Scheherazade mit ihren Bewegungen sichtbar. Foto: Stephan Walzl

Teile den Bericht

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren...