Public Viewing zur WM: das Ende des Rudel-Guckens? -
Kollektiver Freudentaumel beim Public Viewing: Szenen wie diese in der Überseestadt zur Weltmeisterschaft 2010 könnten der Vergangenheit angehören. Foto: WR
Großereignis

Public Viewing zur WM: das Ende des Rudel-Guckens?

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In Bremen wird es keine Public-Viewing-Groß-Events zur diesjährigen Weltmeisterschaft geben. Fußball-Fans müssen dennoch nicht in die Röhre schauen: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten zum gemeinschaftlichen Gucken.

Wenn Tausende Menschen Schulter an Schulter, Arm in Arm, gebannt auf einen Bildschirm gucken, Deutschland-Fahnen auf Brust und Wange tragen, gemeinsam inbrünstig Lieder anstimmen – dann ist mal wieder Europa- oder Weltmeisterschaft im Fußball.

Und wenn morgen die WM in Russland beginnt – dann werden Szenen in dieser Größenordnung in Bremen nicht zu finden sein.

„Die Stadt hat noch nie ein Public Viewing organisiert“, weiß Nesrin Kök-Evcil, Sprecherin des Innenressorts. Tim Cordßen, Wirtschaftsressort-Sprecher, fügt hinzu: „Solche Veranstaltungen sehen wir als nicht relevant an, um Steuergelder auszugeben, da gibt es andere Baustellen.“

Dixi-Toiletten und Bierwagen reichen nicht

Große Public Viewing-Events wie etwa 2010 in der Überseestadt oder auf dem Domshof wurden seit jeher von privaten Veranstaltern durchgeführt. Doch auch die ziehen sich aus dem Geschäft des Massenguckens zurück.

Tobias Meisner kennt die Gründe. Er hat vor acht Jahren mit seiner Event-Agentur das Public-Viewing in der Überseestadt mitorganisiert. „Die Zeiten, in denen ein paar Dixi-Toiletten und Bierwagen aufgestellt wurden, sind vorbei“, sagt er.

Risikoreich

Die behördlichen Auflagen seien heute immens – insbesondere wenn es um die Sicherheit geht. Hinzu kämen weitere Kosten: „Alleine eine große LED-Leinwand kostet für vier Wochen an die 60.000 Euro.“

Zudem: das Wetter als nicht kalkulierbarer Faktor. „Das Risiko, und ich denke da spreche ich für alle Veranstalter, lohnt sich einfach nicht mehr“, bilanziert Meisner. Damals, 2010, habe er draufgezahlt.

Mitfiebern im „Kleineren“

Das Ende des Rudel-Guckens im Großformat? Tim Cordßen: „Es ist nicht auszuschließen, dass sich irgendwann ein Veranstalter finden lässt.“ Somit bleibt es zunächst beim gemeinschaftlichen Mitfiebern mit der Deutschen Nationalelf im Kleineren: In Bremen bieten zahlreiche Gastronomie-Betriebe und private Organisationen Möglichkeiten dazu an. 

An diesen Orten ist Public Viewing in Bremen möglich: 

Schlachthof: alle Spiele im Freien auf Groß-Leinwand. Eintritt ist frei. Weitere Infos: hier
UNION Brauerei: im Braugarten mit großer Leinwand. Weitere Infos: hier
White Pearl Beach: In Bremens Beachclub ist der Eintritt frei. Weitere Infos: hier
Bolero: alle Spiele und Platz für 90 Fans. Eintritt frei. Weitere Infos: hier.
Haus am Walde: Open Air, alle WM-Spiele, 600 Sitzplätze. Weitere Infos: hier.
Alex: alle drei Bremer Standorte zeigen Public Viewing. Weitere Infos gibt es kurz vor der WM auf den Websites. 
Café Bar Celona: alle Spiele direkt an der Schlachte. 500/600 Plätze. Verzehrpflicht. Weitere Infos: hier.
Bremische Evangelische Kirche: in zahlreichen Gemeinden in Bremen. Bei gutem Wetter auch draußen. Getränke und Snacks zum Selbstkostenpreis oder gegen Spende. Freier Eintritt. Weitere Infos: hier
Bürgerhaus Vegesack: große Leinwand im Saal. Für Getränke und Essen ist gesorgt. Der Eintritt ist frei. Weitere Infos: hier

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