Wer mit beim Radfahren die rote Ampel ignoriert und weiter strampelt, muss bis zu 180 Euro zahlen und kassiert einen Punkt in der Flensburger Verkehrsdatei - vorausgesetzt er wird erwischt. Foto: WR
Drahtesel

In Bremen häufen sich die Fahrrad-Unfälle

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Allein 2016 registrierten die Behörden 1.413 Unfälle mit Zweiradfahrern, 2017 waren es schon 1.422. In diesem Jahr ereigneten sich bereits zwei tödliche Unglücksfälle. Experten mahnen zur Verbesserung der Radwege.

In Oberneuland stürzt ein 64-jähriger Radler mit seinem Rennrad und verletzt sich lebensgefährlich. Ein 52-jähriger E-Biker stößt mit einer E-Bikerin zusammen und muss ins Krankenhaus eingeliefert werden.

An der Kreuzung Huckelriede wird ein Radler von einem Lastwagen angefahren, – alle Unfälle haben sich in den vergangenen Tagen und Wochen in Bremen ereignet. Und das sind nur die Fälle, die die Polizei erfasst hat. Bei vielen kleineren Unfällen wird sie gar nicht erst benachrichtigt.

1.422 Fahrrad-Unfälle im vergangenen Jahr

Allein 2016 registrierten die Behörden 1.413 Unfälle mit Zweiradfahrern, 2017 waren es schon 1.422. Für dieses Jahr liegen noch keine belastbaren Zahlen vor. Allerdings verloren in den ersten fünf Monaten dieses Jahres schon zwei Menschen ihr Leben bei Radunfällen.

„Man bezeichnet sich gerne als Fahrradstadt. Aber wir stellen immer wieder fest, dass viele nicht wegen der guten Radinfrastruktur fahren, sondern trotzdem“, sagt Sven Eckert, Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club Bremen (ADFC). Rund 25 Prozent der Verkehrsteilnehmer in Bremen sind mit dem Rad unterwegs.

Weserquerung als Entlastung

Zwar gebe es auch gut gesicherte Radwege, etwa zwischen Innenstadt und Universität, sagt Eckert. Mit Fertigstellung des Abschnittes Rembertistraße nähere sich Bremen immerhin den gesetzlichen Ansprüchen einer Premiumroute an. Neun weitere solcher Routen sind laut Verkehrsentwicklungsplan vorgesehen.

Der Plan listet auch mehrere Verbesserungsvorschläge auf: beispielsweise eine weitere Weserquerung von der Neustadt über Stadtwerder bis zum Wall, um das Nadelöhr Wilhelm-Kaisen-Brücke zu entlasten.

„Wir sehen andernorts mehr Handlungsbedarf“

Durch diesen Engpass quälen sich laut Zählstation täglich rund 18.000 Radler. Für den ADFC neben Domsheide, Buntentorsteinweg und Schlachte/Brill einer der Brennpunkte der Stadt, zumal der östliche Radfahrweg in beide Richtungen befahren werden darf. Dort kommt es täglich mindestens zu Beinahe-Unfällen.

Der grüne Verkehrssenator Joachim Lohse will die Stelle schnellstmöglich durch den Bau einer zweiten Brücke entschärfen. „Zumal der Bund 90 Prozent der Kosten übernehmen würde. Doch im aktuellen Doppelhaushalt ist die eine Million, die Bremen beisteuern müsste, nicht bewilligt worden“, sagt Sprecher Jens Tittmann.

SPD-Verkehrsexpertin und Bürgerschaftsabgeordnete Heike Sprehe erklärt: „Wir sehen andernorts mehr Handlungsbedarf und wollen zunächst die bestehenden Radwege sanieren.“

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