Der Ostsee-Radweg wurde erst im Mai dieses Jahres eröffnet. Das sieht man: Der asphaltierte Teil der Radwege ist gut in Schuss. Foto: Raddatz
Ostseeinseln

Unterwegs mit dem Rad: Oh, wie schön ist Dänemark

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Wer einmal tief in die Landesseele des nordischen Königreichs eintauchen möchte, sollte das Auto stehen lassen und den Drahteseln satteln. Unterwegs auf dem längsten Radweg Dänemarks, der neuen Ostsee-Route N8.

Dänemark, das ist mehr als die landestypischen Hot Dogs, Hundestrände und Strohdach-Hütten am Strand. Dänemark, das sind wilde Küstenwege entlang malerischer Buchten, dichte Wälder, die sich mit endlosen Weizenfeldern abwechseln, grau zu blau, grün zu gold – dazwischen: idyllische Ortschaften, Burgen, Inseln.

Hautnah erleben lässt sich diese Vielfalt auf Dänemarks längstem Radweg, der N8. Auf 820 Kilometer verbindet er die Küstenregionen der dänischen Ostsee-Inseln in Form einer Acht.
Gleich hinter der deutschen Grenze bildet Sønderjylland (Südjütland) einen optimalen Startpunkt für die angehende Rad-Expedition. Das Auto gegen Drahtesel getauscht, führt der durchweg gut ausgeschilderte Radweg entlang der Flensburger Förde.

Spannende Einblicke in die dänische Seele

Verweilen bei gutem Essen und martimem Flair – Möglichkeiten dazu gibt es genug, in der Nähe des Örtchens Kollund etwa, dort wartet der beste Hot Dog der Region, Sitzplätze direkt am Wasser, Blick auf Schiffe und Inseln.

Wer es etwas gehobener mag, ist im nah gelegenen Restaurant Fakkelgaarden gut aufgehoben. Ebenfalls einen Halt wert: das Historiecenter Dybbøl Banke in Dybbøl (Düppel). Dort, an den Düppeler Schanzen (Dybbøl skanser), gewähren deutschsprachige Tourguides spannende Einblicke in die dänische Seele: Der Deutsch-Dänische Krieg ist neben der Wikinger-Zeit die wohl wichtigste Säule der dänischen Geschichte.

Schweinswale und Krieg

Folgt man der N8 Richtung Norden, lohnt sich ein Halt in der Kommune Middelfart auf der Insel Fünen (Fyn). Der Ort liegt direkt an der Meeresenge Lillebælt, einem Paradies für Naturfreunde. Mit einer Prise Glück und Geduld lassen sich dort Schweinswale beobachten. Gut geht das bei einer geführten Brückenbegehung, angeseilt in schwindelerregender Höhe. Nichts für schwache Nerven, doch: Der Ausblick ist es wert.

Einen Katzensprung entfert von Middelfart liegt Fredericia. Dort sind ebenfalls noch die Spuren des Deutsch-Dänischen Krieges zu erleben. Geschichts-Interessierte sollten sich eine geführte Tour gönnen, Shopping-Begeisterte die Altstadt erkunden.

Segelschiffe und Erdbeertorte

Weiter geht es auf dem Ostsee-Radweg an die Südküste der Insel Fünen. In der Kunstgalerie Tallerken Galleriet in Millinge/Falsled gibt es himmlische Erdbeertorte und allerlei wunderschönen Schnickschnack.

So viel Radfahren ist auf Dauer anstrengend: Eine Nacht im Faaborg Fjord Hotel macht müde Knochen wieder munter. Und: Gäste können vor der Haustür direkt in die Ostsee springen.
Frisch gestärkt bietet der Hafen in Svendborg mit seinen Segelschiffen und Yachten einen guten Haltepunkt. Tipp: Hot Dog holen, auf eine Bank setzten – genießen.

Der Kreidefelsen Møns Klint: An klaren Tagen lässt es sich hier bis nach Schweden blicken. Foto: Merz-Weigandt

Geisterschlösser und Kreidefelsen

Wir verlassen die Insel Fünen und radeln auf die größte Ostsee-Insel Dänemarks, Sjælland (Seeland), auf der auch die Hauptstadt Kopenhagen liegt. Dort, in Vestsjælland, liegt die Küstenstadt Skælskør – ein Ort wie aus einem Hans-Christian-Andersen-Märchen. Passend, denn: Der weltbekannte Schriftsteller saß in Skælskør lange im Kerker, der heute urtümlich für Touristen geöffnet ist. Beklemmend – und einen Blick wert. Direkt gegenüber hat die Keramikerin Nelly Gaskin ihren Laden. Die herzliche Dänin zaubert so ziemlich alles, was das Keramik-Herz begehrt.

Ebenso märchenhaft sind die Sehenswürdigkeiten, die einem auf dem Radweg in der Region erwarten. Da ist nicht nur die Borreby Herreborg, ein zu einem Theater umfunktionierten Schloss, in dem der Geist der Lady Grey sein Unwesen treiben soll – dort steht auch die Ørslev Kirke mit Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert.

Doch noch ist die Radtour nicht beendet: Die N8 führt auf die Insel Møn, die für ihren Kreidefelsen, Møns Klint, berühmt ist. Und wirklich: er ist atemberaubend schön. Eher atemraubend ist allerdings der Weg dahin. Für die Anstiege braucht es Kondition und solides Fahrrad-Gerät. Doch um beides zu bekommen, dafür gibt es entlang der N8 genug Möglichkeiten.

Fakten zur Route

Strecke: Von Jütland im Westen bis Seeland im Osten verläuft die neue Ostseeroute N8 durch insgesamt 17 Kommunen und über zwölf Inseln. Sie sind durch Fähren und Brücken verbunden. Dadurch lässt sich der Routenverlauf variieren. Die N8 besteht zum Großteil aus ruhigen und asphaltierten Wegen. Schotter- und Sandwege gibt es in Küstenähe oder in Wäldern. Selten führt die N8 entlang stärker befahrenen Hauptstraßen.
Schwierigkeitsgrad: Die Strecke eignet sich für Hobby- und Radrennfahrer gleichermaßen. Empfehlenswert für Kinder ab acht Jahren.
Beste Reisezeit: Mai bis September.
Infos: visitdenmark.de/ostseeradweg

Foto-Gallerie (Auf das erste Bild klicken, dann geht es los)

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