Von den vier Neubauten an der Anne-Conway-Straße in der Nähe der Universität sollen drei an Studenten vermietet werden. Ursprünglich waren es nur zwei, doch durch geringen Zuzug Geflüchteter stehen nun weitere 106 Plätze zur Verfügung. Foto: Schlie
Wohnungsmarkt

Studenten in Bremen: Hotel Mama verdrängt die WG

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Die Wohnungssuche für Studenten wird laut einer Studie des Institutes für Arbeit und Wirtschaft und der uni Bremen immer schwieriger. Eine Lösung sollen neue Wohnheime für Studenten bieten.

Bezahlbarer Wohnraum wird immer knapper, die Mietpreise immer höher und die Notlösung „Hotel Mama“ zwangsläufig immer beliebter: Das sind die wichtigsten Ergebnisse einer repräsentativen Studie, die das Institut für Arbeit und Wirtschaft und die Uni Bremen durchgeführt haben.

Demnach bezeichnen etwa 70 Prozent der 1.136 befragten Studenten die Wohnungssuche in Bremen als „sehr schwierig“ oder „eher schwierig“.

Der Bedarf an Wohnheimen ist da

Eine Möglichkeit zum Wohnen bieten Wohnheime: Hier leben zur Zeit etwa elf Prozent der Bremer Studenten. Gewünscht sei diese Wohnform aber von 12,4 Prozent der Befragten, heißt es in der Studie. Diese Diskrepanz soll bald ausgeglichen werden.

Das Studierendenwerk will 106 weitere Plätze in den Neubauten an der Anne-Conway-Straße anbieten. Ursprünglich hatte das Sozialressort geplant, drei der vier Neubauten an Geflüchtete zu vermieten, aufgrund des geringer gewordenen Zuzuges von Geflüchteten können diese Räume aber nun von Studenten genutzt werden.

1.787 Wohnheimplätze in Bremen

Damit steigt die Zahl der angebotenen Plätze auf insgesamt 1.787. In Bremen verfügt das Studierendenwerk momentan über zehn Wohnanlagen. Dazu kommen noch einige Wohnheime, die von privaten Anbietern zur Verfügung gestellt werden.

Die Auslastung der Wohnheimplätze beträgt zum anstehenden Wintersemester 100 Prozent, wie Maurice Mäschig, Sprecher des Studierendenwerkes, betont. „Die Warteliste ist aber kaum aussagekräftig, da innerhalb der ersten Monate nach Semesterbeginn eine hohe Fluktuation herrscht“, sagt Mäschig.

350 neue Plätze an der Emmy-Noether-Straße

Das liege daran, dass viele Anwärter sich in mehreren Städten auf einen Studienplätze bewerben, dann aber nur einen davon annehmen und somit bei den anderen Studierendenwerken den Listen entfallen.

Um dem weiterhin hohen Bedarf jedoch gerecht zu werden, sind schon weitere Wohnheime geplant: Ein Neubau an der Emmy-Noether-Straße soll bis voraussichtlich 2021 weitere 350 Plätze bringen. Seit kurzem liegt dafür laut Mäschig die Baugenehmigung vor, deren Auflagen nun geprüft werden.

Neustadt ist der Studenten-Hotspot

Ein weiterer Schwerpunkt für neue Wohnheime ist laut Studierendenwerk-Geschäftsführer Hauke Kieschnick die Neustadt. „Dort gibt es bisher nur ein Wohnheim mit wenigen Plätzen, dafür aber etwa 9.000 Studenten an der Hochschule Bremen. Wir prüfen deshalb verschiedene Grundstücke, die für ein Wohnheim infrage kommen“, sagt Kieschnick.

Die Neustadt ist auch bei Studenten beliebt: Laut der Uni-Studie wohnen hier mit 18,2 Prozent aller Studenten so viele wie in keinem anderen Stadtteil.

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