Als rechtlicher Betreuer kümmert man sich um die Angelegenheiten der zu betreuenden Person. In welchen Bereich genau entscheidet das Amtsgericht. Foto: Pixabay Als rechtlicher Betreuer kümmert man sich um die Angelegenheiten der zu betreuenden Person. In welchen Bereich genau entscheidet das Amtsgericht. Foto: Pixabay
Engagement

Rechtliche Betreuer: Ehrenamt mit Verantwortung

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Die Betreuungsbehörde sucht Menschen, die sich ehrenamtlich als rechtliche Betreuer engagieren möchten. Sie regeln Angelegenheiten bei Banken und Ärzten und stellen Anträge. Eine Tätigkeit mit viel Verantwortung.

Nicht alle Menschen können sich ihr gesamtes Leben allein um ihre Angelegenheiten kümmern. Es gibt Situationen, in denen sie Hilfe brauchen, zum Beispiel aufgrund körperlicher, geistiger oder seelischer Einschränkungen.

Dann können sie bei der Antragstellung bei Behörden, beim Verwalten der Konten oder Organisation von Heimangelegenheiten von einem rechtlichen Betreuer unterstützt werden. Das Amt für Soziale Dienste sucht derzeit Menschen, die bereit sind, diese gesetzliche Vertretung für einen erwachsenen Menschen ehrenamtlich zu übernehmen.

„Viele der Menschen haben keine Familie“

Joyce Krijger ist eine dieser Betreuerinnen. Sie hat vor sechs Jahren dieses Ehrenamt übernommen und sich auf Menschen mit Demenz spezialisiert. Zurzeit betreut Krijger fünf Menschen, unterstützt sie zum Beispiel bei der Sozialhilfe und stellt Anträge.

Kommen die zu betreuenden Person ins Krankenhaus benötigen Ärzte Unterschriften und sie telefoniert mit Angehörigen. „Viele der Menschen haben keine Familie. Ich bin ihre Kontaktperson und kann helfen. Das finde ich total klasse“, sagt Krijger über ihre Motivation.

Betreuer insbesondere für Bremen-Nord gesucht

Wer einen rechtlichen Betreuer bekommt und für welche Bereiche, entscheidet für den Bremer Norden das Amtsgericht Blumenthal, erklärt Jens Schoolmann. Er kümmert sich bei der Betreuungsbehörde gemeinsam mit einer Kollegin um die ehrenamtlichen Betreuer.

Schoolmann hat selbst als Berufsbetreuer gearbeitet. „Die rechtliche Betreuung ist immer das letzte Mittel. Denn es stellt ja einen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte dar“, betont Schoolmann. Wird für eine Betreuung entschieden, werde zuerst nach einer Person aus der Familie geschaut. Ist das nicht möglich, kommen die ehrenamtlichen Betreuer ins Spiel.

Und die werden derzeit insbesondere in Bremen-Nord gesucht. Dafür sind zwei Faktoren verantwortlich: Zum einen kommen viele Anfragen vom Amtsgericht Blumenthal, zum anderen haben einige Ehrenamtler aus beruflichen Gründen aufgehört, so Schoolmann. Doch auch insgesamt sei der Bedarf an Betreuern gewachsen, da die Bevölkerung immer älter wird.

Info-Abend in Bremen-Nord im Oktober

„Es ist ein Ehrenamt mit hoher Verantwortung“, sagt Schoolmann. Die Betreuer erfahren viel über die zu betreuende Person, greifen in die Persönlichkeitsrechte ein. „Aber es ist auch eine sehr dankbare Aufgabe. Man baut eine Beziehung zueinander auf und die Menschen sind dankbar für die Unterstützung.“

Das kann auch Joyce Krijger bestätigen. Sie wendet pro zu betreuender Person etwa eine Stunde pro Woche auf. „Man kann sich die Zeit ganz frei einteilen. Das ist ein großer Vorteil“, so Krijger. Die Betreuung sei langfristig angelegt und könne über Jahre gehen, sagt Schoolmann.

Beim ersten Kennenlernen sind er oder seine Kollegin dabei. Zudem nehmen die Betreuer regelmäßig an Schulungen teil, beispielsweise zu aktuellen Gesetzesänderungen. Hinzu kommen Treffen, bei denen sich die Ehrenamtlichen über ihre Erfahrungen austauschen.

Wer Interesse hat, als rechtlicher Betreuer im Ehrenamt aktiv zu werden, kann sich bei einer Informationsveranstaltung der Betreuungsbehörde am Dienstag, 23. Oktober, von 17 bis 18.30 Uhr, mehr darüber erfahren. Der Termin findet im Sozialzentrum Nord, Sedanplatz 7, statt. Weitere Infos gibt es auch auf der Homepage der Sozialsenatorin im Internet.

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