In den USA gibt es rund 60.000 Anlagen. Auch in Deutschland steigt die Nachfrage nach Lagermöglichkeiten. Foto: av
Platzmangel

Lagerboxen: Wenn es zu Hause eng wird

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Das Geschäft mit Lagerboxen boomt – Grund sind die steigenden Mieten in Großstädten. Die Idee des Selfstorage stammt dabei aus den USA. Und auch in Bremen betreiben zwei Unternehmer solch eine Anlage für Lagerflächen.

Von Insa Lohmann 

Ob Campingausrüstung, alte Bücher, die Steuerunterlagen der vergangenen Jahre oder Omas Porzellan: Vielen Menschen fehlt der geeignete Platz, um ihren Besitz in den eigenen vier Wänden zu lagern. Eine Idee aus den USA soll da Abhilfe schaffen: Sie nennt sich „Selfstorage“, also Lagerräume zum Selbstmieten.

Wer sein Hab und Gut nicht weggeben möchte und keinen Platz bei Familie oder Freunden findet, für den können Zwischenlagerflächen die ideale Lösung sein. Deutschlandweit tummeln sich derzeit etwa 80 Anbieter auf dem Markt. Und die Wachstumsraten sind rasant: Von 2016 auf 2017 stieg der Zahl um rund 20 Prozent.

Selfstorage „als verlängertes Wohnzimmer“

Mit 75 Prozent bilden Privatpersonen den größten Kundenkreis. Für Christian Lohmann, Vorstandsvorsitzender des Verbands Deutscher Self Storage Unternehmen (VdS) ist das nicht überraschend: Gerade dort, wo Wohnraum teuer sei, boome das Geschäft mit den kommerziellen Unterstellmöglichkeiten.

„Der verfügbare Lagerraum für Privatpersonen wird immer weniger“, sagt er. Oft lohne es sich finanziell also, eine kleinere Wohnung zu mieten und wichtige Unterlagen, geerbte Möbel oder zu klein gewordene Kinderkleidung außerhalb der eigenen vier Wände aufzubewahren.

„Selfstorage wird daher vor allem in Großstädten als verlängertes Wohnzimmer genutzt“, sagt Lohmann. Der Selfstorage-Experte schätzt, dass die Nachfrage in den nächsten Jahren weiter steigen wird, da immer weniger Neubauten mit Untergeschossen entstehen.

Lagerräume in Walle und in Stuhr

Derzeit existieren in Deutschland mehr als 200 solcher Anlagen. Eine von ihnen steht in Bremen-Walle in zentraler Lage neben dem Fernsehturm. Auch die beiden Unternehmer David Masiak und Lars Groeneveld, die eine weitere Selfstorage-Anlage in Stuhr betreiben, ließen sich in den USA und Kanada von dem Konzept der Selbstlagerboxen inspirieren.

„Hierzulande kommt das tatsächlich erst“, sagt Groeneveld. „In Bremen waren wir 2012 einer der ersten.“ Inzwischen hat sich die Lagerbox Bremen einen guten Kundenstamm aufgebaut – einige bleiben nur ein paar Monate, andere werden zum Dauernutzer.

„Wohnraum wird immer kleiner“

Auf mehr als 2.000 Qua­dratmetern Fläche haben David Masiak und Lars Groeneveld Lagerräume unterschiedlichsten Umfangs geschaffen: Einen Kubikmeter groß ist die kleinste Box, die größeren Räumen bieten etwa zwölf Quadratmeter Fläche.

Die Antriebsgründe der Kunden, ihre Sachen in der videoüberwachten und alarmgesicherten Anlage der Lagerbox Bremen einmieten, könnten verschiedener nicht sein, sagt Masiak. „Jeder hat eine andere Geschichte.“

Manchmal sei es ein kurzfristiger Umzug, ein anderes Mal werde das neu gebaute Haus nicht rechtzeitig fertig. Auch gewerbliche Kunden nehmen den Service in Anspruch, um Akten, Geschäftsunterlagen oder Warenbestände sicher aufzubewahren. „Der Wohnraum wird immer kleiner“, sagt Masiak. „Und es ist eben bequem.“

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