Mit Glück lassen sich in Bremen Champignons finden. Foto: pixabay
Bodengewächse

In Bremen ist nicht gut Pilze sammeln

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Eigentlich hat die Pilzsaison begonnen. Eigentlich. Sammler dürften in und um Bremen enttäuscht werden. Dürreperioden und der große Sturm auf die Leckerbissen schmälern die Ausbeute. Wo es dennoch gelingen könnte:

„Der Run auf die Pilze ist in Bremen seit jeher zu groß“, findet Sönke Hofmann, Bremer NABU-Chef und selbst passionierter Pilze-Sammler. Hinzu käme, dass mit der Hitzeperiode des diesjährigen Sommers, die Gewächse ohnehin schon selten anzufinden wären. „Sprießt einer aus dem Boden, wird er oft sofort gepflückt, selbst wenn er noch gar nicht reif ist“, sagt Hofmann.

Sammeln nicht gestattet

Pilzflaute – die herrscht auch im Bürgerpark: „Dieses Jahr haben wir aufgrund der Trockenheit sehr wenige“, meint Parkdirektor Tim Großmann. Dies könne sich mit dem jetzigen Wetter ändern – aber, so Großmann: „Das Sammeln von Pilzen ist bei uns nicht gestattet.“

Zum einen wären sie wichtig für das Ökosystems des Parks, zum anderen würden damit die Tiere gestört, wenn sich Menschen abseits der Wege aufhielten. „Es ist auch gefährlich, da nur die Wege gesichert sind, Äste könnten herunterfallen“, so Großmann.

Champignons auf Wiesen

Alles in allem: keine guten Zeiten für Bremer Pilzjäger. Wer sich dennoch auf die Suche begeben will, sollte sich laut Förster Sönke Hofmann in Bremen-Nord umschauen. „Da stehen die Chancen mitunter am Besten, wenn auch nicht gut.“ Auch im Blockland könnten Sammler Glück haben. „Mal auf Wiesen schauen, dort könnten Champignons sprießen.“

Selbst wurde er vor wenigen Wochen im Düngel fündig. Der Forst zwischen Bremen und Bremerhaven liegt etwa eine Stunde Autofahrt von der Hansestadt entfernt, in der Nähe der Gemeinde Hagen im Bremischen. Und auch dann gelte natürlich: Nur pflücken, was man genau kennt.

Pilzvergiftung ist kein Spaß

Hans-Peter Reiffen, Landesarzt der Johanniter in Niedersachsen/Bremen gibt Tipps: „Bei Unsicherheit: Rat einholen. Viele Pilzratgeber geben einen guten Überblick über die heimischen Pilze und helfen bei der Erkennbarkeit.“ In den letzten Jahren seien zahlreiche Vergiftungsfälle mit Knollenblätterpilzen registriert worden, da einige sie für wilde Champignons hielten.

Eine Pilzvergiftung ist kein Spaß, kann tödlich enden, weiß Reiffen. „Typische Symptome bei einer Pilzvergiftung, die auch erst Stunden oder sogar Tage nach der Mahlzeit auftreten können, sind Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schweißausbrüche oder eine Gelbfärbung der Haut“, erklärt der Mediziner.

Wie ausgemergelt Bremen derzeit mit der Pilzauswahl ist, zeigte jüngst der Rhododendron-Park. Eigentlich sollte am Sonntag, 28. Oktober, eine geführte Pilz-Tour statt finden. Sie wurde abgesagt – zu wenig Pilze im Park. Und sowieso gelte auch dort: „Das Sammeln ist nicht erlaubt“, sagt Parkleiter Hartwig Schepker.

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