Arbeiten am Wasserrad. Handwerker bauten das Wasserrad auf dem Gut Dauelsberg wieder zusammen. Foto: BVO
Denkmalschutz

Das Rauschen ist zurück auf Gut Dauelsberg

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Das historische Wasserrad ist soetwas wie ein heimliches Wahrzeichen auf Gut Dauelsberg. Nach mehr als einjähriger Reparatur dreht sich das denkmalgeschützte Bauwerk an der Heidbäke jetzt wieder in neuer Pracht.

Die Brücke wackelt gar nicht mehr“, sagt Helmuth Blauth und schaut auf das Wasserrad, das sich, angetrieben vom Wasser der Heidbäke dreht. Das Rad zählt neben einem 1712 erbauten Schafstall und einem ehemaligen Speicher von 1722 zu den historischen landwirtschaftlichen Gebäuden auf Gut Dauelsberg.

Früher diente das Wasserrad mal dazu, eine Dreschmaschine anzutreiben. Heute hat es zwar keine Funktion mehr – außer die Heidbäke zum Rauschen zu bringen – dennoch haben sie ihr Wasserrad sehr vermisst auf dem Gut in den vergangenen zwölf Monaten. „Es hat sich immer gedreht“, weiß Blauth. Aber eben nicht mehr so richtig rund. Der Zahn der Zeit hatte am Rad genagt und eine kräftige Unwucht verursacht, die dann auch die benachbarte Brücke über die Heidbäke ins Wanken brachte.

Flickwerk nicht mehr möglich

„Wir haben zwar schon öfter was daran gemacht, aber mit Flickschusterei war es nicht mehr herzustellen“, erinnert sich Blauth an die Situation vor der Restaurierung. Problem: Für eine grundlegende Reparatur fehlte das Geld. Schließlich zählt der Betrieb eines historischen Wasserrades nicht zu den Kernaufgaben einer Einrichtung der Wohnungslosen- und Wiedereingliederungshilfe.

„Wir hatten drei Möglichkeiten“, sagt Jens Haake, Leiter Gebäudemanagement des Bezirksverbandes Oldenburg zu dem das Gut Dauelsberg gehört. Man hätte das denkmalgeschützte Rad verfallen lassen können, doch das wollte man nicht. Eine denkmalgerechte Sanierung sei aber zu teuer gewesen, erklärt Haake. So entschied man sich in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde in Delmenhorst für eine pragmatische Lösung. „Eine handwerksgerechte Lösung“, nennt Haake den eingeschlagenen Weg.

Möglichst viel Originalsubstanz erhalten

Der sah so aus: Nachdem das 2,7 Tonnen schwere Rad mit einem Autokran herausgehoben war, teilte man den Radkranz in acht Segmente, die in einer Schlosserei entrostet und nachgeschweißt wurden. Die Handwerker ersetzten defekte Blechschaufeln und fügten sie in die alte Konstruktion ein. Der Stahlaufbau erhielt eine Grundierung und neuen Lack. Die mächtigen Speichen aus Eichenholz wurden nach historischem Vorbild neu angefertigt und das Wasserrad vor Ort neu zusammengefügt. „Den beteiligten Firmen ist es gelungen, möglichst viel Originalsubstanz zu erhalten“, freut sich Haake.

Neben dem Wasserrad ist auch die Stauanlage am Gut Dauelsberg wieder in Stand gesetzt worden. Mit der Restaurierung ist es nun wieder möglich, zu Veranstaltungen wie Sommerfesten, Waldgottesdiensten, Tage der Begegnung oder auch für Besuchergruppen außerhalb von Veranstaltungen auf Gut Dauelsberg, das Wasserrad wieder in Gang zu setzen.

Rund 25.000 Euro hat die Restaurierung des Rades und der Stauanlage letztlich gekostet. Das Gut Dauelsberg brachte einen Eigenanteil in Höhe von 10.000 Euro auf. 5.000 Euro steuerte die LzO-Stiftung bei, mit 10.000 Euro förderte die Bingo-Umweltstiftung das Projekt.

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