In den Schaufenstern ist es bereits zu sehen: Der Räumungsverkauf im sanierungsbedürftigen Modehaus ist bereits in vollem Gange. Foto: Schlie
Schließung

Roland-Kleidung: Traditionshaus vor dem Aus

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Das Ende naht: Am 22. Dezember, Samstag vor Heiligabend, öffnet das traditionsreiche Modehaus Roland-Kleidung in der Sögestraße zum letzten Mal. Bereits jetzt weisen Plakate in den Fenstern auf den Räumungsverkauf hin.

Die Regale im Innern leeren sich, die Zahl der Mitarbeiter sinkt. „Wir sind sehr traurig, dass es bald vorbei ist. Auch unsere Stammkunden sind sehr betrübt, denn viele von ihnen sind schon seit Jahrzehnten mit uns verbunden“, sagt Roland-Geschäftsführer Jochem Hauser.

Grund für die Geschäftsaufgabe ist die anstehende Kernsanierung des mehr als 60 Jahre alten Gebäudes, das weit in die Lloydpassage hineinragt. Eigentümer der Immobilie ist die Familie Brinkmann, Gesellschafterin der Bugatti Holding im ostwestfälischen Herford.

„Einfach nicht mehr zeitgemäß“

Das Unternehmen beschäftigt rund 1.000 Mitarbeiter und steht für Modemarken wie Bugatti oder Eduard Dressler. „Die Familie hat uns mitgeteilt, dass nun die Zeit für das Ende des Modehauses gekommen ist“, sagt Hauser.

Schon länger sei jedoch klar gewesen, dass Roland-Kleidung keinen Profit mehr generieren werde, erklärt der Geschäftsführer. „Ein Modehaus auf fünf Etagen mit über 40 Mitarbeitern zu führen, ist einfach nicht mehr zeitgemäß.“

Eigentümer will Branche wechseln

Schon Anfang des Jahres habe das Modehaus seine Mitarbeiter daher über die Pläne informiert. „Es war uns wichtig, dass alle früh Bescheid wissen. Außerdem bekommen alle eine vernünftige Abfindung“, sagt Hauser.

Für den 58-Jährigen ist das Aus des Modehauses ebenfalls ein großer Einschnitt: Nach 20 Jahren im Modehaus Roland will er nicht weiter in der Modebranche arbeiten. „Sich in meinem Alter noch einmal selbstständig zu machen, rentiert sich nicht mehr“, sagt er.

Auch andere Mieter müssen ausziehen

Wie es mit dem Gebäude nach der Sanierung weitergeht, ist dagegen noch offen. Die Familie Brinkmann will laut Hauser nur noch Bugatti-Shops betreiben, keine „Multilabel-Geschäfte“ mehr. Ob ein solcher Shop in das Gebäude einzieht, sei „eine Möglichkeit“, sagt Hauser.

Nicht nur das Modehaus muss das Gebäude räumen, auch alle anderen Mieter ziehen aus – zwölf Wohnungsmieter und sechs Gewerbebetriebe. Nach Hausers Informationen werden die Arbeiten rund anderthalb Jahre dauern. Einzelhandel gibt es danach nur noch auf zwei Ebenen im Erdgeschoss.

Wenn die letzten Modeartikel am 22. Dezember verkauft werden, geht für Hauser eine Ära zu Ende: „Es ist wirklich schade, dass wir aufhören müssen. Der Verlust des Modehauses ist sehr schade für uns, für die Kunden und auch für die ganze Stadt Bremen.“

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