Nicht nur die deutschen Landwirte leiden unter der schlechten Ernte, auch Mühlen und Bäcker müssen jetzt darauf reagieren. Das bekommen in den nächsten Tagen und Wochen die Verbraucher in Bremen beim Brötchenholen zu spüren. Foto: pixabay
Lebensmittel

Brot und Brötchen werden teurer in Bremen

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Bremer müssen beim Bäckerbesuch künftig tiefer in die Tasche greifen. Die Preise für Backwaren steigen. Einige Bäcker haben schon erhöht, andere haben es vor. Das liegt aber nicht nur an der geringen Ernte.

Viele Bäcker dürften in den nächsten Tagen und Wochen ihre Preisschilder auswechseln. „Die Ernte für Getreide und Weizen fiel in diesem Jahr geringer aus“, sagt Walter Mensing, der den Vertrieb Nord bei der Roland-Mühle leitet.

Nur rund 20 Millionen Tonnen Weizen hätten die deutschen Landwirte in diesem Jahr geerntet, 4,5 Millionen Tonnen weniger als noch vor einem Jahr. Die Folge: „Die Preise für Mehl und Getreide sind deshalb Mitte, Ende August gestiegen“, sagt Mensing. Um rund zehn bis 15 Prozent hätten sie angezogen.

Viele Gründe

Daran ist aber nicht allein die geringe Ernte schuld. Da spielten auch erhöhte Logistik-Kosten hinein. „Da wären zum Beispiel die Mautpreise“, erklärt Mensing. Die Erhöhung betreffe natürlich auch die Bäcker.

„Wir hoffen, dass der Kunde Verständnis hat“, sagt Stefan Schiebe, der Geschäftsführer der Bäckerei-Innung Bremen. Wie stark die Preise anziehen, kann er nicht sagen. Denn jeder Bäcker in der Hansestadt entscheide selbst, um wie viel er die Preise anheben müsse. Aber auch Innungsgeschäftsführer Schiebe sagt: Für den Preisanstieg gebe es viele Gründe – nicht nur die Dürre.

„Hammer“ wartet noch

Arne Struß kennt sie. Er ist Steuerberater bei der OBIC Kooperation in Oldenburg, zu seinen Kunden gehören auch Bremer Bäcker. „Vor allem die Personalkosten machen den Bäckern zu schaffen. Diese Kosten machen rund die Hälfte der Gesamtkosten aus“, sagt Struß.

„Ein Hammer“ treffe die Branche noch zum Ende des Jahres. „Der Mindestlohn erhöht sich ab dem 1. Januar 2019 auf 9,19 Euro die Stunde. Nicht nur das: Hinzu kämen auch gestiegene Ausgaben für Energie und Transport.

Erhöhung zwischen einem und zwei Cent

„Leider entspricht dies den Tatsachen“, bestätigt auch Karsten Jarick, Geschäftsführer der Achimer Stadtbäckerei mit der Marke Garde. Er bilanziert: „Alles in allem lässt sich eine Preiserhöhung nicht vermeiden“. Für Brötchen verlangt er vom 5. November an einen Cent mehr. „Dann insgesamt 38 Cent“, sagt Jarick.

Bei Tenters Backhaus und Meyer Mönchhof, die Filialen in Bremen und umzu besitzen, werde das Weizenbrötchen voraussichtlich um etwa zwei Cent teurer. „Wann genau, das können wir noch nicht sagen“, erklärt Leiter Thomas Stockinger. Ob auch andere Backwaren teurer würden, sei noch unklar, sagt Stockinger, man befinde sich noch in der „Definitionsphase“.

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