Der jüngste Fund gleicht laut Bremer Staatsanwaltschaft „einem kleinen Gärtnereibetrieb“: In einer Indoor-Plantage in einem Bunker in Sebaldsbrück wurden insgesamt rund 10.000 Pflanzen beschlagnahmt. Die Ermittlungen dauern an. Foto: Polizei Bremen
Ermittlungen

Cannabis-Plantagen: Ein blühendes Geschäft

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Im Frühjahr ein Rekordfund in Bremen-Nord, jetzt der Cannabis-Bunker in Sebaldsbrück: In Bremen werden immer mehr und immer größere Cannabis-Plantagen entdeckt.

Es war einer der größten Funde in ganz Bremen: Vergangene Woche haben Ermittler der Polizei eine Cannabis-Plantage mit rund 10.000 Pflanzen in einem Bunker in Seebaldsbrück entdeckt. Meldungen wie diese häufen sich – das belegen auch die Zahlen.

2017 wurden nach Angaben der Polizei 49 sogenannte Cannabis-Indooranlagen in der Hansestadt entdeckt. 2016 waren es noch 44 Plantagen, ein Jahr zuvor nur 31 Anlagen.

Rekordfund im Frühjahr

Dabei wurden 2017 insgesamt 16.815 Cannabispflanzen beschlagnahmt, in den Vorjahren waren es noch 4.821 und 2.790 Pflanzen.

Die Plantagen werden aber nicht nur zahlreicher, sondern auch größer: In diesem Frühjahr konnte die Polizei in einer professionell aufgebauten Indooranlage in Blumenthal sogar 845 Cannabispflanzen sowie 21.053 Stecklinge beschlagnahmen – der bisherige Rekord für Bremen. Ein bis zwei Monate später wären die Setzlinge aus Bremen-Nord so groß geworden, dass es sich um eine der größten Plantagen bundesweit gehandelt hätte, sagte damals ein Polizeisprecher.

„Wie ein kleiner Gärtnereibetrieb“

Und auch der aktuelle Fund in Sebaldsbrück reiht sich in diese Tendenz mit ein. Polizei und Staatsanwaltschaft erklären sich die immer größeren Dimensionen damit, dass organisierte Kriminalität am Werk ist.

Die Staatsanwaltschaft spricht wie im jüngsten Beispiel von industrieller Produktion. Der Chef des Landeskriminalamtes, Daniel Heinke, bezeichnete das Innere des Bunkers gar mit einem kleinen Gärtnereibetrieb. Trotzdem ist in diesem neuen Fall noch nicht klar, wer dahintersteckt.

Pflanzen müssen jetzt untersucht werden

Weder sind die bisherige Dauer des Anbaus in dem Bunker, noch Details zu möglichen Tatverdächtigen bekannt. Auch ob es sich um eine Bande oder Einzeltäter handelt, ist noch unklar. Laut dem Sprecher der Bremer Staatsanwaltschaft, Frank Passade, werden die Ermittlungen auch noch einige Zeit andauern.

Das liegt daran, dass die Pflanzen zunächst auf ihren Wirkstoffgehalt untersucht werden müssen. Dieser ist laut Staatsanwaltschaft ein Kriterium für die Schuldfeststellung – wenn eine sogenannte „nicht geringe Menge“ nach dem Betäubungsmittelgesetz überschritten wurde, können den Tätern Freiheitsstrafen von über einem Jahr drohen. Die beschlagnahmten Gegenstände werden vernichtet, wenn ein Verfahren abgeschlossen wurde.

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