Die Natur holt sich irgendwann alles zurück: So wie dieses Leihrad von LimeBike an der Ecke Quintschlag/Alter Postweg in Hastedt stehen noch einige in Bremen herum. Das Unternehmen hat es versäumt, bei seinem Rückzug aus Bremen alle Räder mitzunehmen. Foto: Lenssen
Schrotträder

In Bremen stehen hunderte Schrotträder herum

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Auch Leih-Anbieter LimeBike hat beim Abzug aus der Hansestadt einige der Vehikel vergessen. Der ehemalige Bremer Lime-Bike-Chef spricht von rund 20 Exemplaren.

Noch vor Monaten waren sie in Bremen an jeder Ecke zu sehen: die limettengrünen Leihräder der Marke LimeBike. Dann zog sich der Anbieter Anfang Juni zurück – die Gebühren der Stadt waren dem Unternehmen zu hoch. Trotzdem stehen viele der grünen Räder sei Monaten in der Stadt herum. Sie werden weder benutzt noch entfernt.

Oliver Steffens bringt Licht ins Dunkel. Der ehemalige Bremer Lime-Bike-Chef ist nun Werkstattsleiter von WK-Bike, dem Fahrradverleiher des Weser Kuriers. „Mir ist bekannt, dass noch rund 20 Stück in Bremen herumstehen“, sagt Steffens. Als LimeBike sich aus Bremen zurückgezogen habe, habe er dort gekündigt, sagt er.

Umweltressort appelliert an LimeBike

Jetzt habe er keinen Zugriff mehr auf die Standortdaten der Räder. „Ich versuche aber, alle zu erwischen und arbeite dabei auch mit der Polizei zusammen“, beteuert er. Die gesammelten Vehikel würden nach Berlin gehen, wo LimeBike 3000 Räder anbietet.

Bei der Stadt kommen die herumstehenden Lime Bikes nicht gut an. „LimeBike hätte das regeln müssen. Daher mein Appell: Holt eure Räder bitte hier ab!“, kommentiert Umweltressort-Sprecher Jens Tittmann. Zwar würden die Räder irgendwann als fahruntauglich gekennzeichnet, dann abgeholt und verschrottet – dies sei in diesem Fall jedoch eigentlich gar nicht nötig, sagt er.

800 Schrotträder in diesem Jahr

Das Problem: Die Räder sind elektronisch verriegelt und für niemanden mehr benutzbar, aber eben noch nicht „fahruntüchtig“. Erst wenn dieses Kriterium erfüllt ist, markiert die Bremer Stadtreinigung solche Räder mit einer Banderole, sammelt sie nach einer Wartezeit von vier Wochen ein und lagert sie daraufhin drei Monate, bevor sie ausgeschlachtet und wiederverwertet werden.

„Wir erhalten Meldungen und gehen selber aktiv in die Stadtteile. In diesem Jahr haben wir so bisher 800 Räder eingesammelt“, sagt Michael Drost von der Stadtreinigung. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum seien das etwa 100 Räder mehr. Während die kaputten Räder von der Stadtreinigung eingelagert werden, erhält die Polizei die Rahmennummer.

Fahrradleichen werden wiederverwertet

„Außerdem ist es möglich, dass der Besitzer zum Beispiel aus dem Urlaub wieder zurückkommt und nach dem Kontakt mit der Polizei sein Rad wiederbekommt“, erklärt Drost. Alle wiederverwerteten und neu entstandenen Räder werden von der Stadtreinigung für verschiedene soziale Projekte nach Ghana verschifft.

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