Sabine Robrahn präsentiert den diesjährigen Weihnachtsbecher aus dem Glühweinausschank der Familie. Foto: Schlie
Schausteller

Der Inhalt und die Becher sind heiß begehrt

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Zu ihr kommen Menschen, die in der Weihnachtszeit etwas Leckeres trinken möchten: Schausteller-Tochter Sabine Robrahn steht seit der Kindheit auf dem Weihnachtsmarkt - und kennt alles Kniffe und Tricks.

Nach Feierabend einen leckeren Glühwein auf dem Bremer Weihnachtsmarkt trinken – die Schaustellerfamilie Robrahn macht es an ihrem Ausschank möglich. Dabei hat die Arbeit für die Schausteller schon viel früher begonnen als am vergangenen Montag. „Nach dem Weihnachtsmarkt ist vor dem Weihnachtsmarkt“, sagt Sabine Robrahn, Tochter der bekannten Oberneulander Schaustellerfamilie.

Ihr traditioneller Glühweinstand darf in keinem Jahr fehlen. Dazu gehören auch die jährlich neu gestalteten Weihnachtsbecher, auf denen stets die Jahreszahl prangt. „Bis zum Frühjahr bestellen wir bereits unsere Becher für den folgenden Weihnachtsmarkt“, sagt Robrahn. „Wenn uns ein Modell gefällt, nehmen wir es auch gerne ein zweites Mal, ändern dann aber beispielsweise die Farbe.“

„Das war ganz schön Nerven aufreibend“

Die Motive für die neuen Kreationen gestaltet die 44-jährige Schaustellerin selbst. Bei machen Kunden kommt der Becher sogar zu der Sammlung ins Regal. „Meine Mutter schickt die Becher Kunden auf Anfrage auch nach Hause, denn so manch einem Sammler ist es wichtig, die komplette Palette zu haben.“

Der Stand der Familie Robrahn ist seit zwei Jahren auf dem „Unseren Lieben Frauen Kirchhof“ zu finden. Zuvor stand er 30 Jahre lang in der Sögestraße vor Karstadt Sport. „Wir haben sehr kurzfristig erfahren, dass wir einen neuen Stellplatz zugeteilt bekommen würden“, berichtet Robrahn. „Innerhalb kürzester Zeit musste der Ausschank, der seinerzeit einmal für den Platz in der Sögestraße erbaut wurde, dem neuen Standort angepasst werden. Das war ganz schön Nerven aufreibend.“

Schwieriges Thema: die Musik

Obwohl der Traditionsausschank den Platz gewechselt hat, hat er sein Gesicht nicht verloren. Es hängen weiterhin rote Gardinen an den Fenstern und der Bremer Schlüssel strahlt an den Außenwänden. Einige Stammgäste seien trotzdem suchend zuerst an ihnen vorbeigelaufen, berichtet die Schaustellerin.

Auf dem Unseren Lieben Frauen Kirchof steht Robrahns Glühweinausschank nun mit Seitenansicht. Damit das auch schön ausschaut, wurde ihm ein Dachaufsatz mit Butzenscheiben aufgesetzt. Besucher können sich unter die neue Überdachung stellen, oder rundherum an den Stehtischen Platz finden. Dieses Jahr gibt es außerdem eine neue Musikanlage. „Die Musik ist ein schwieriges Thema. Es ist nicht möglich, es Allen recht zu machen. Der Eine singt erfreut mit, der andere verdreht genervt die Augen.“

Hauptberuflich Kosmetikerin und Visagistin

Schon während des noch laufenden Weihnachtsmarkts arbeitet die Familie bereits auf den nächsten hin. Es wird eine Liste mit Verbesserungsvorschlägen zusammengetragen und im Anschluss in der Familie besprochen. „Jedes Jahr bringt der Weihnachtsmarkt neue Erkenntnisse und Erfahrungen mit sich“, sagt Robrahn, die jetzt in Borgfeld wohnt. Für ihre neuen Getränke-Kreationen denkt sich die Familie auch die Namen aus.

So stand vor einigen Jahren Winterfee für Glühwein mit einem Schuss Rhabarber-Vanille, und roten Glühwein mit Haselnussschnaps heißt Oachkatzlschwoaf, bayerisch für Eichhörnchenschwanz. „Das bringt die Gäste zum Schmunzeln, wenn sie versuchen es auszusprechen“, sagt die Mutter von zwei Kindern. Den Glühwein bekommt die Familie von einem Winzer aus der Pfalz. „Weißer Glühwein ist immer mehr im Kommen“, weiß Robrahn. Und wem so mancher Tag zu warm für ein heißes Getränk ist, kann auch gezapftes Becks Bier bestellen.

„Ich bin in dem Ausschank, solange ich denken kann“, sagt die Schaustellertochter, die hauptberuflich als Kosmetikerin und Visagistin arbeitet – und das schon in ganz Deutschland und sogar in New York getan hat. Doch zur Freimarkt und Weihnachtsmarktzeit kam die Bremerin immer gerne wieder nach Hause, um bei Regine, der guten Seele des Standes, und Werner im elterlichen Betrieb mitzuwirken. Anders kann sie sich das einfach nicht vorstellen.

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