Bremen wählt am 26. Mai 2019 ein neues Parlament. Symbolfoto: pixabay
Ansichtssache

Pro & Contra: Wählen in Bremen ab 14 Jahren?

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Im Mai 2019 stehen in Bremen die Bürgerschaftswahlen an. Das Wahlalter liegt bei 16 Jahren - sollte es gesenkt werden? Dafür und dagegen argumentieren Grünen-Politikerin Alexandra Werwath und CDU-Mann Jens Eckhoff.

Pro: Alexandra Werwath, Landesvorstandssprecherin der Bremer Grünen

Alexandra Werwath. Foto: pv

Wir wollen uns nicht damit abfinden, dass die Wahlbeteiligung immer weiter zurückgeht. Das Wahlalter auf 16 Jahre abzusenken, hat sich bewährt: Die Wahlbeteiligung der 16- und 17-Jährigen ist deutlich höher als bei den 21- bis 25-Jährigen. Das liegt vor allem daran, dass Schüler und Schülerinnen im Unterricht gut auf das Wählen vorbereitet werden. Aber: Die
Bürgerschaftswahl findet nur alle vier Jahre statt, durchschnittlich ist man bei der ersten Wahl 18 Jahre alt. Sehr viele Jugendliche werden in der Schule dann nicht mehr erreicht. Mit 14 dürfen Kinder ihre Religion wählen und sind strafrechtlich für ihr Handeln verantwortlich. Daher wollen wir das Wahlalter nochmal auf 14 Jahre absenken. Denn: Wählen steckt an!
Studien zur Juniorwahl zeigen, dass dadurch auch die Wahlbeteiligung der Eltern um bis zu neun Prozent steigt, wenn Kinder an einer solchen Aktion teilnehmen – und das vor allem auch in
ärmeren Familien.

Contra: Jens Eckhoff, stellvertretender Landeschef der Bremer CDU

Jens Eckhoff. Foto: pv

Junge Menschen wollen die Gesellschaft, in der sie leben, gestalten. Das ist gut. Dafür gibt es Umweltinitiativen, Schülergremien, politische Jugendorganisation, Glaubensgemeinschaften oder Sportvereine. All diese Organisationen führen junge Menschen an die Meinungsbildung in der Gesellschaft heran. Wählen mit 14 ist der falsche Schritt. Besonders die Pubertät ist eine Zeit, in der sich junge Menschen ausprobieren, extreme Meinungen vertreten und leichter zu beeinflussen sind. Mit 14 darf man keine Verträge abschließen, keinen Alkohol trinken, nicht heiraten, aber wählen wäre okay? Die Wahlbeteiligung der Erstwähler zwischen 16 bis 18 Jahren bei der Bürgerschaftswahl 2015 lag nur bei 45,8 Prozent und damit unter der gesamten Wahlbeteiligung und rückläufig gegenüber 2011. Um das politische Interesse junger Menschen zu wecken, müssen wir verstärkt auf ihre Anliegen eingehen. Wir müssen auf sie zugehen, nicht sie auf uns.

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