Im Sommer war das Lankenauer Höft zwischenzeitlich Heimat der Golden City Hafenbar. Demnächst soll wieder ein Investor für das Gebäude gesucht werden. Foto: Schlie
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Lankenauer Höft: Der Turm muss bleiben

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Im Beirat Woltmershausen wurde nun ein Entwurf der erneuten Ausschreibung für das Lankenauer Höft vorgestellt. Besitzer bleibt die Stadt. Doch um Investoren anzulocken, soll die Immobilie an der Weser verpachtet werden.

Das Lankenauer Höft bleibt Eigentum der Stadt Bremen. Um das ehemalige Restaurant in exponierter Lage an der Weser dennoch für Investoren interessant zu machen, soll die Immobilie für 99 Jahre im Rahmen des Erbbaurechts verpachtet werden. Das berichteten Vertreterinnen der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Bremen und des Senators für Wirtschaft, Arbeit und Häfen im Beirat Woltmershausen.

Mehrstufiges Verfahren vorgesehen

Bereits im Herbst 2016 war das marode Gebäude ausgeschrieben worden. Es fand sich auch ein Interessent, der jedoch kurzfristig wieder absprang. Seitdem war unter Beteiligung des Beirats und der Bevölkerung an Nutzungsideen und einer neuen Ausschreibung gearbeitet worden. Die liegt nun im Entwurf vor und soll demnächst veröffentlicht werden.

Vorgesehen ist nach Angaben von Claudia Gernand von der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) ein mehrstufiges Verfahren. Zunächst können potenzielle Investoren ihr Interesse bekunden. Dann bekommen sie die Gelegenheit ein konkretes Nutzungskonzept auszuarbeiten. Dieses wird dann von einer vierköpfigen Jury aus den beteiligten Behörden und dem Ortsamt beurteilt. Das letzte Wort über die Vergabe hat dann die Deputation.

Mindestgebot: 3,50 Euro pro Quadratmeter und Jahr

Für die Bewertung der eingereichten Angebote zählt das Konzept allerdings nur 49 Prozent. 51 Prozent Gewicht erhält der in Aussicht gestellte Erbbaupachtzins, den der Investor zu zahlen bereit ist. Das Mindestgebot beträgt 3,50 Euro pro Quadratmeter und Jahr. „Etwas anderes lässt die Landeshaushaltsordnung nicht zu“, erläuterte Gernand.

Was ein neuer Besitzer mit dem Gebäude anfängt, bleibt weitgehend ihm selber überlassen. Es abzureißen und neu bauen sei vermutlich günstiger als eine Entkernung, mutmaßte Gernand. Das gilt ausdrücklich nicht für den Turm. Dieser muss erhalten bleiben. Abgesehen davon sei er in Teilen auch noch bis 2026 an das Wasser- und Schiffahrtsamt vermietet – plus Option für weitere zehn Jahre, so Gernand.

Stadt als Investor? „Dafür sind keine Mittel vorgesehen“

In Sachen Nutzung steht das Thema Gastronomie ganz oben auf der im Sommer erarbeiteten Wunschliste der Pusdorfer. Diese fand weitgehend Eingang in die Ausschreibung – allerdings eher mit empfehlenden Charakter. „Es ist klar, dass nicht alle Wünsche erfüllt werden können“, betonte Gernand.

Dass Bremen selber als Investor auftreten könnte, schloss Yvonne Averwerser vom Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen aus: „Dafür sind keine Mittel vorgesehen.“ Ebenfalls ausgeschlossen ist derzeit das Thema Wohnbebauung. „Dann viel Glück bei der Ausschreibung“, kommentierte ein Zuschauer diese Information mit sarkastischem Unterton.

Unbeantwortet blieb die Frage nach einer weiteren Zwischennutzung in 2019 – der Beirat hatte vergessen, sie zu stellen. Als sie einer Bürgerin einfiel, waren die Expertinnen schon weg.

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