Nora Osler, Anne Katherine de Walmont, Tim Indorf und Peter Senkowski (von links) sind die Preisträger bei "Innovatives Handwerk 2018" in Bremen. Foto: Lürssen
Innovatives Handwerk

Lieber Werkstatt statt Wissenschaft

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Nora Osler und und Anne Katherine de Walmont sind einen ungewöhnlichen Weg gegangen. Nach ihrem Studium lernten sie ein Handwerk. Jetzt gewannen sie den Preis Innovatives Handwerk 2018 in der Kategorie Existenzgründung.

Die Verleihung der drei Preise „Innovatives Handwerk 2018“ bildet den Mittelpunkt des 52. Mahls des Handwerks zu dem die Sparkasse Bremen und die Bremer Handwerkskammer rund 300 Gäste eingeladen haben. Preisträger des mit insgesamt 6.000 Euro dotierten Preises sind in diesem Jahr neben Nora Olsler und Anne Katherine de Walmont (Stoffe auf Reisen), Peter Senkowski (D’Behr Elektrotechnik) und Tim Indorf (Indorf Othopädie-Schutechnik).

Mit der Auszeichnung sollen innovative und nachhaltige Ansätze gefördert werden, die wertvolle Impulse für das Handwerk, die Wirtschaft und den Handel in Bremen liefern. Zentrale Kritrien der Jury aus Experten der Handwerkskammer waren gute Ideen mit nachweisbaren Erfolgen, die Umsetzbarkeit in der täglichen Arbeit, ein überdurchschnittlicher unternehmerischer Einsatz sowie das Engagement für mehr Nachhaltigkeit.

Die Preisträger

Kategorie Existenzgründung: Nora Osler und Anne Katherine de Walmont betreiben in Findorff eine Gemeinschaftswerkstatt unter dem Namen „Stoffe auf Reisen“. Der Name steht dabei für ihre Absicht Materialien möglichst vollständig und auch zweckentfremdet einzusetzen, etwa Produktionsrückstände.

Besonders ungewöhnlich die Maßschneiderin Walmont und die Raumausstatterin Osler absolvierten zunächst jeweils Studiengänge, die überhaupt nichts mit ihrer heutigen Tätigkeit zu tun haben. Im Anschluss entschlossen sie sich dann zu einer handwerklichen Ausbildung. „Die Arbeit mit den Händen hat mir einfach gefehlt“, erklärt de Walmont.

Die Jury überzeugte das Konzept der Betriebsform eines Handwerkerverbundes und die nachhaltige Arbeitsweise in zwei traditionellen Handwerksberufen.

Gesellschaftliche Verantwortung

In der Kategorie Gesellschaftliche Verantwortung wählte die Jury Peter Senkowski als Preisträger aus. Er übernahm 2002 den Traditionsbetrieb D’Behr Elektrotechnik mit zwei Mitarbeitern. Heute beschäftigt er mehr als 40.

Dabei stand er immer wieder vor dem Problem, qualifizierte Kräfte zu finden. Daher ist für den Betrieb die Integration von Azubis, Gesellen und ungelernten Mitarbeitern aus dem Ausland ein wichtiger Schritt, dem Mangel zu begegnen. Inzwischen organisiert das Unternehmen sogar Deutschunterricht für die Mitarbeiter, um die Integration zu erleichtern.

Die Indorf Orthopädie-Schuhtechnik aus Bremerhaven gewann den Preis in der Kategorie Technologie und Nachhaltigkeit. Das Familienunternehmen, das Tim Indorf und sein Vater Rolf gemeinsam führen, ist Vorreiter im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz. So wurden nicht nur spezielle Maschinen beschafft, die eigene Mitarbeiter beispielsweise vor Staub schützen. Das Unternehmen fertigt auch individuelle Schuhe für andere Handwerksbetriebe, um dort Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz zu verbessern.

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