Sebastian Klann (links) und Jessica Holling. Foto: Lohmann
Musik

Die Klangexperten aus der Überseestadt

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Die Klangstube von Jessica Holling und Sebastian Klann erscheint auf den ersten Blick wie ein gewöhnliches Wohnzimmer: große Couchmöbel, gemütliche Beleuchtung. Doch hinter den Räumen verbirgt sich ein Tonstudio.

Von Insa Lohmann 

Bei Holling und Klann können Bands, Künstler und kleine Firmen professionelle Musikaufnahmen produzieren lassen. Neben den Auftragsarbeiten nehmen die beiden, die große Jazz-Fans sind, auch Bewerbungen von Musikern entgegen, die bei ihnen einen Track gratis aufnehmen können – inklusive Videoaufnahme.

Damit wollen die beiden Jungunternehmer vor allem Musiker aus der Region unterstützen. „Das Ziel ist, dass man Musik nicht mehr zum Wegwerfen produziert“, sagt Klann. „Ich möchte etwas schaffen, das man auch nach zehn Jahren noch hören möchte.“

Crowdfunding-Kampagne gestartet

Ihr Tonstudio haben Jessica Holling und Sebastian Klann, die selbst in einer Band spielen, in Eigenregie gestaltet und umgesetzt. Dabei war ihnen wichtig, dass alle Räume mit nachhaltigen Materialien gebaut werden. So sind im Aufnahmeraum und in den Schall-Absorbern Holzfaserstoff und Lehm verbaut. Dank des Naturbaustoffs würden auch die Instrumente stimmstabiler bleiben, erklärt Klann.

Nachdem dem jungen Paar zwischenzeitlich das Geld ausging, initiierten sie eine Crowdfunding-Kampagne, über die mehr als 15.000 Euro zusammenkamen. Damit konnten die beiden Musiker im Aufnahmeraum ihr akustisches Konzept realisieren: Nach dem Baukastenprinzip können die einzelnen Elemente, die für die Verteilung der Schallwellen verantwortlich sind, in jeder Ecke des Raums platziert werden.

„Damit es am Ende richtig gut wird“

Sebastian Klann, Audio-Engineer und ausgebildeter Mess- und Regelungstechniker, ist der Experte am Mischpult. „Zur Aufnahme gehört viel technisches Know-how“, sagt er. Aber das Ziel sei, nach dem Einspielen so wenig wie möglich nachzubearbeiten.

Bevor es für die Künstler in den Aufnahmeraum geht, lassen Sebastian Klann und Jessica Holling sich einen Mitschnitt schicken, der auf Studiotauglichkeit geprüft wird: Stimmt das Timing der Musiker? So dauere ein Soundcheck schon mal einen halben Tag, „damit es am Ende richtig gut wird“, sagt Klann.

Klängen junger Bands lauschen

„Viele wissen gar nicht, wie aufwendig das ist, einen Song im Studio aufzunehmen“, sagt Holling, die als gelernte Mediengestalterin ein weiteres Angebot der Klangstube bietet: die Gestaltung von CD-Covern, Videoproduktionen und weiteren Grafikdienstleistungen.

Künftig wollen sich die beiden Jungunternehmer verstärkt größeren Musikproduktionen widmen und beispielsweise Livekonzerte an anderen Orten mitschneiden und vertonen. Am liebsten lauschen die Jazz-Fans aus Bremen den Klängen junger Bands im Sendesaal: „Der Sound ist einfach ein Genuss“, sagt Klann.

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