Seine Musik führte Jonathan Zelter immerhin schon bis in die USA – passend zum Albumtitel. Foto: Vital-Agibalow
Interview

Jonathan Zelter: „Grenzen verschwimmen“

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Der Musiker Jonathan Zelter zählt zu den aufgehenden Sternen am deutschen Musik­himmel. Im Rahmen der Veranstaltung „Dein Festmahl“ am 18. Dezember hilft er dabei, bedürftigen Bremern einen schönen Abend zu bereiten.

Weser Report: Warum sind Sie bei „Dein Festmahl“ dabei?

Jonathan Zelter: Ich habe durch die Zusammenarbeit mit Semino Rossi Nina Ranwig kennengelernt. Sie hat mir von dem Projekt erzählt. Ich bin für so etwas immer zu haben. Ich finde es toll, mit der Musik, die man macht, auch Gutes zu tun.

Wissen Sie schon, welche Aufgaben Sie übernehmen werden?

Ich werde zusammen mit meinem Gitarristen ein paar Songs spielen, aber natürlich auch kellnern. Da ich das in meinem Lebenslauf noch nicht gemacht habe, bin ich besonders gespannt.

Haben Sie eine Verbindung nach Bremen?

Nein, ich werde zum ersten Mal in Bremen sein. Das nördlichste Konzert, das wir bisher mit der Band gespielt haben, war am vergangenen Freitag in Hannover.

Ist denn in absehbarer Zeit auch mal ein Live-Auftritt von Ihnen in Bremen zu erwarten?

Ja, wir basteln gerade daran. 2019 wollen wir auch mal nach Hamburg und Bremen kommen. Einen festen Termin gibt es leider noch nicht.

Woran arbeiten Sie aktuell?

Das aktuelle Album „Von Mannheim bis New York“ kam im Mai heraus. Am 18. Januar gibt es die nächste Single-Auskopplung. Außerdem sind noch einige Fernsehauftritte im Dezember und Januar geplant. Wir sind gerade bei der Aufzeichnung für die WDR-Sendung „Weihnachten unterm Baum“. Dann noch ein paar Termine im SWR/MDR und Ende Januar, Anfang Februar bin ich bei fünf Folgen von „Verrückt nach Meer“ zu sehen. Das ist eine ARD-Serie über ein Kreuzfahrtschiff.

Sind Sie mit dem Erfolg des aktuellen Albums „Von Mannheim bis New York zufrieden?

Ja, sehr. Man produziert ein Album, um mit den Songs auf allen möglichen Bühnen stehen zu dürfen. Und der Name des Albums war in dem Fall auch Programm. Wir sind ziemlich herum gekommen, quer durch die Republik und dann im Rahmen der Kreuzfahrt sogar in Amerika und Mexico. Ich hätte nicht gedacht, dass mich meine Musik mal so weit durch die Welt bringt – gerade weil es auch deutschsprachige Musik ist.

Im Norden sind Sie noch nicht so bekannt, beschreiben Sie doch bitte mal Ihre Musik!

Ich bin Singer/Songwriter, ich schreibe auf Deutsch. Mir war es schon immer relativ egal, mit welchem Etikett das ganze versehen wird. Ich schreibe über das, was mich beschäftigt. Die Zuhörer unterscheiden selten nach Genre. Sie unterscheiden nach „das gefällt mir“ und „das gefällt mir nicht“. Letztendlich machen die Medien dann ein Label über die Sache. Die Grenzen verschwimmen immer mehr. Man denkt auch nicht mehr in Alben sondern in Playlists. Entweder man kommt in die Playlist oder nicht.

Sie sagten, Sie schreiben über das, was sie beschäftigt. Welche Themen sind das?

Das ist die Liebe, die Freundschaft, aber darüber hinaus noch ein ganz zentrales Thema: Der Glaube an sich selbst und seine Ziele. Mein erstes Album hieß „Sei immer Du selbst“ und das war für mich auch immer der Leitfaden, auch wenn es nicht immer einfach ist.

Was meinen Sie damit?

Dadurch, dass ich nicht einem bestimmten Genre zuzuordnen bin haben mir gerade am Anfang immer Leute gesagt, mache es so oder mache es so, dann kannst Du da und dort stattfinden. Das höre ich mir gerne an, aber letztendlich möchte ich das machen, was da gerade aus mir heraussprudelt am Klavier. Das kommt natürlich nicht über Nacht. Da steckt viel Arbeit dahinter. Ich sammle manchmal über Tage und Wochen Ideen und arbeite das dann aus. Mir ist wichtig, dass mir die Songs gefallen und im Ohr bleiben.

Wie haben Sie Ihren Weg ins professionelle Musikgeschäft gefunden?

Als ich 16 war, stand ich vor der Frage „Castingshows oder nicht?“. Ich habe mich bewusst dagegen entschieden. Ich habe einen Demo-Song aufgenommen und ihn ganz naiv an Radiosender geschickt und gebeten „Bitte spielt mich“. Dann hatte ich tatsächlich Glück. Dann habe ich 2014 mein Abitur gemacht. Und so wie danach manche Leute ein Jahr ins Ausland gehen, habe ich gesagt ich werde jetzt einfach ein Album produzieren und mein Glück versuchen. Daraus sind mittlerweile vier Jahre geworden und es geht Schritt für Schritt weiter.

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