Der zuständige Kreisdezernent Werner Schauer (rechts) und ASO-Geschäftsführer Christof von Schroetter (Mitte) stellten gestern gemeinsam mit Michael Zahlten von der Beratungsgesellschaft Joma das neue Konzept der Bioabfallbehandlung vor. Foto: Möller Der zuständige Kreisdezernent Werner Schauer (rechts) und ASO-Geschäftsführer Christof von Schroetter (Mitte) stellten gestern gemeinsam mit Michael Zahlten von der Beratungsgesellschaft Joma das neue Konzept der Bioabfallbehandlung vor. Foto: Möller
"Leuchtturmprojekt"

Aus Biomüll soll bald Wasserstoff gewonnen werden

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Im Landkreis Osterholz wird ein "Leuchtturmprojekt" entwickelt: Künftig soll in einer speziellen Anlage aus Biomüll Wasserstoff für Antriebe mit Brennstoffzellen gewonnen werden.

Der im Landkreis anfallende Biomüll soll künftig nicht mehr bloß in offenen Mieten kompostiert werden, bei der Abfall-Service Osterholz (ASO) plant man, die in der braunen Tonne gesammelten organischen Stoffe zur Gewinnung von Energie und wertvoller Gartenerde aufzubereiten. Das Projekt hat man sich in Schleswig-Holstein abgeguckt und sich von dort auch einen kompetenten Berater mitgebracht: Michael Zahlten hat schon für die Hamburger Stadtreinigung eine ähnliche Anlage konzipiert.

Die derzeitigen Strukturen der Entsorgung müssten aufgrund neuer gesetzlicher Umweltvorschriften ohnehin auf den Prüfstand, nun soll gleich eine möglichst innovative Lösung her, die in der Region einmalig wäre. Werner Schauer, zuständiger Dezernent im Kreishaus, stellt sich vor, dass die beim herkömmlichen Kompostierungsprozess in die Atmosphäre entweichenden Gase durch eine Behandlung in einer geschlossenen Anlage aufgefangen werden, das Methan soll als Energie genutzt werden.
„Es haben erste Voruntersuchungen zu Techniken, Wirtschaftlichkeit und Standort für die Komponenten eines solchen modernen Kompostwerkes stattgefunden“, berichtet der Geschäftsführer der ASO, Christof von Schroetter.

Osterholz kooperiert mit Verden und Cuxhaven

„Um eine solche Aufbereitung wirtschaftlich betreiben zu können, werden pro Jahr mindestens 30.000 Tonnen Bioabfall benötigt“, erklärt von Schroetter. Dieser Bedarf übersteige allerdings das Bioabfallaufkommen im eigenen Landkreis, dass bei jährlich 12.000 Tonnen liege. Nach ersten Gesprächen mit Vertretern aus benachbarten Landkreisen ist daher eine Kooperation vorgesehen: Die Landkreise Verden und Cuxhaven sowie die Stadt Cuxhaven könnten Partner werden.

Als Standort stellt man sich ein Grundstück im Gewerbegebiet Heilshorn vor. Nahe der Autobahn A27 wäre das Gelände für die Anlieferung verkehrlich gut angebunden. Zum anderen kämen die Betriebe aus dem Gewerbegebiet als potentielle Abnehmer der gewonnenen Energie in Betracht. Die würde in Verknüpfung mit einem Blockheizkraftwerk Strom und Wärme erzeugen.
Aber man denkt noch an eine weitere Möglichkeit, an die Herstellung von Wasserstoff. Der würde dringend auf der anderen Straßenseite beim Hersteller von Kommunalfahrzeugen, FAUN, benötigt. Bei der Entwicklung nachhaltiger und klimaneutraler Müllwagen setzt man dort nämlich auf die Brennstoffzellentechnik. Aus dem Biomüll könnte dafür der Wasserstoff geliefert werden.

Ein wichtiger Beitrag zur Energiewende

„Wenn es also gelingt, aus den Bioabfällen Wasserstoff herzustellen, wäre dies nicht nur ein äußerst wertvoller Beitrag zur nachhaltigen Kreislaufwirtschaft und zur Energiewende, sondern auch ein weit strahlendes Leuchtturmprojekt in unserer Region“, schwärmt Werner Schauer.

Auch, wenn noch nichts spruchreif und entschieden sei, den Verantwortlichen sei es wichtig, die Bevölkerung frühzeitig über die Ideen zu informieren. Ob und wie die Bioabfallbehandlungsanlage dann realisiert werden könne, würden erst die nächsten Monate zeigen.

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