Mehr als 10.000 Bäume verkauft Landwirt Rainer Prüser jedes Jahr zu Weihnachten. Foto: Schlie
Geschäftszweig

To-go-Weihnachtsbäume sind im Kommen

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Beim letzten Vollmond vor Weihnachten muss Rainer Prüser raus aufs Feld. Dann wollen einige Stammkunden dort ihren Tannenbaum fällen. „Manche Menschen glauben, er hält dann länger“, erklärt Prüser. Er zieht Tannen auf.

Beim letzten Vollmond vor Weihnachten muss Rainer Prüser raus aufs Feld. Dann wollen einige Stammkunden dort ihren Tannenbaum fällen. „Manche Menschen glauben, dass er dann länger hält“, erklärt Rainer Prüser. In Hellwege zieht der gelernte Landwirt auf 160 Hektar Nordmanntannen und Blaufichten groß, um sie als Weihnachtsbäume zu verkaufen.

Sein Vater hat vor 50 Jahren damit begonnen, auf seinen Feldern Fichten und Tannen zu pflanzen statt Getreide. „Ihm wurde damals in Schwachhausen ein Stand zum Verkauf von Tannenbäumen angeboten“, erzählt Prüser. „Da hat mein Vater zugegriffen. Er war immer offen für neue Sachen.“

Baumärkte bis Lebensmittelketten beliefern

Inzwischen hat Rainer Prüser den Anbau und den Verkauf professionalisiert. Von Baumschulen kauft er dreijährige Bäume und verpflanzt sie auf seine Felder. Sechs bis zehn Jahre wachsen sie dort, bevor sie in den Verkauf gehen. Das hängt von der gewünschten Größe ab. „Der Trend geht zum kleinen Baum“, sagt Prüser, „weil in den Wohnungen häufig weniger Platz ist.“

Seit einem Jahr bietet er auch einen To-go-Baum an, 60 Zentimeter hoch mit Kreuzständer. „Vor allem ältere Leute kaufen den, dann müssen sie nicht noch extra einen Ständer besorgen“, sagt Rainer Prüser.

Mehr als 10.000 Bäume verkauft er jedes Jahr zu Weihnachten. Wie viele genau, will er nicht sagen. „Geschäftsgeheimnis“, wehrt sein Sohn Sören Prüser ab, der in das elterliche Geschäft eingestiegen ist. Baumärkte nehmen schon mal auf einen Schlag 1.000 Stück ab. Auch Lebensmittelketten bis nach Nordrhein-Westfalen beliefert Rainer Prüser.

Unbehandelt ist schwierig

„In diesem Jahr ist der Markt sehr angespannt“, berichtet Rainer Prüser. Vor fünf, sechs Jahren sei der Absatz von Weihnachtsbäumen sehr gut gewesen. Deshalb seien damals besonders viele Bäume gepflanzt worden, die jetzt fällig wären. „Das Angebot ist deutlich größer als die Nachfrage“, sagt Sohn Sören.

Natürlich haben Prüsers da­rüber nachgedacht, Öko-Bäume anzubieten. „Das ist aber ganz schwierig“, sagt Rainer Prüser. Dass Bäume ohne Behandlung sechs Jahre wachsen und in der Zeit nicht von Pilzen oder Tieren befallen würden, das sei sehr unwahrscheinlich. „Es gab schon Fälle, wo Bäume vier Jahre unbehandelt wuchsen, und im sechsten Jahr hat sich eine Laus eingenistet“, sagt Rainer Prüser.

„Auch Blaubeeren würden passen“

Nach zehn Jahren rodet er ein Feld und sät dort für zwei Jahre Getreide aus, damit sich im Boden wieder die Nährstoffe sammeln können, die die Tannenbäume brauchen. In diesem Jahr haben Prüsers erstmals auf einem Hektar auch Erdbeeren gepflanzt.

„Ein, zwei Jahre beobachten wir die Erdbeeren noch, dann entscheiden wir, ob wir das ausbauen oder wieder einstellen“, sagt Rainer Prüser. „Auch Blaubeeren würden passen. die sind sehr gefragt.“ Da klingt Rainer Prüser wie sein Vater, der Gründer des Christbaumgeschäfts: „Wir sind immer offen für neue Sachen.“

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