"No-Shows" kommen auch in Bremen immer öfter vor. Foto: Pixabay
Gastronomie

Tischreservierungen: „Eine Verrohung der Sitten“

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Dehoga-Vorsitzender Detlef Pauls beklagt, ähnlich wie viele seiner Kollegen in der Branche, zunehmende falsche Tisch-Reservierungen in Bremer Restaurants.

Fast jeder gastronomische Betrieb kennt sie, mittlerweile kommen sie in den verschiedensten Formen vor: die sogenannten „No-Shows“. Restaurantgäste reservieren einen Tisch, doch dann tauchen sie nicht auf – die Gastronomen bleiben auf ihren ausbleibenden Einnahmen sitzen und müssen die Tische kurzfristig neu besetzen. Auch in Bremer Restaurants wird diese Entwicklung immer mehr zum Problem.

„Immer mehr Betriebe gehen verstärkt dazu über, in solchen Fällen Anzahlungen zu berechnen“, sagt Detlef Pauls vom Branchenverband Dehoga Bremen. Der Vorsitzende hält das Verhalten vieler Gäste für eine Unsitte. „Es wird immer mehr. Leider ist eine Verrohung der Sitten zu beobachten, die auch nicht so leicht zu erklären ist“, so der Chef des Ringhotels zur Munte am Stadtwald. „Zwar gibt es zu diesem Problem keine Statistiken, aber die Zahl der Fälle steigt bei sehr vielen Restaurants“, spricht Pauls aus Erfahrung.

Auch das El Mundo ist betroffen

Fabio Farsad, Geschäftsführender Gesellschafter des Restaurants El Mundo, bestätigt die Eindrücke Pauls: „Die No-Shows komen im El Mundo in den veschiedensten Formen vor. So reservieren zum Beispiel Gäste für mehrere Termine und nehmen dann nur einige davon wahr, reservieren für 20 Personen und sagen kurzfristig ab oder kommen mit deutlich weniger Personen.“

Dies sei insbesondere an Feiertagen ärgerlich, wenn Tische ausschließlich über Reservierungen vergeben werden. Um „No-Shows“ zu verhindern, erinnert das El Mundo seine Gäste nun telefonisch und per Mail an die Absprachen. „Es ist besonders aus wirtschaftlichen Gründen ärgerlich, wenn die Gäste nicht erscheinen.

Fünf Prozent der Reservierungen sind falsch

Wenn statt 20 Personen nur 10 kommen, heißt das, dass wir anderen 10 Personen eine Absage erteilen mussten, die gerne zu uns gekommen wäre“, sagt Farsad. Selbst eine Person weniger mache schon einen Unterschied. „Aus diesen Gründen sind wir immer sehr froh, wenn unsere Gäste uns mögliche Änderungen informieren“, erklärt er.

Im Restaurant Q1 Metropolitan Kitchen Bar geht man noch einen Schritt weiter. „In unseren Betrieben sind rund fünf Prozent der Reservierungen No-Shows. Das nimmt immer weiter zu“, sagt Geschäftsführer Paul-Alexander Völcker. Sobald die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen seien, will Völcker nur noch Online-Reservierungen zulassen.

Pro Tisch ein Schaden von mindestens 90 Euro

„Unsere Kunden müssen dann jede Reservierung per Mail bestätigen, sonst ist sie ungültig“, sagt er. An Feiertagen müssen die Karten schon jetzt im Voraus bezahlt werden. „Das ist leider unbedingt nötig geworden“, so Völcker. Pro Tisch entstehe dem Betrieb ohne diese Maßnahmen ein Schaden von mindestens 90 Euro.

Wer etwas zu spät kommt, hat aber noch eine zweite Chance. „Da bin ich nachsichtig – wir versuchen in solchen Fällen, den Kunden den nächsten frei werdenden Tisch zu vermitteln“, erklärt Völcker.

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