Freuen sich auf die Zusammenarbeit: (v.l.) Heimatverein-Vorsitzender Friedrich Hübner, Pastor Thomas Meyer, Schauspieler Johannes Mitternacht, Kunsthistorikerin Herta Hoffmann, Kantor Jörg Jacobi und Kirchenführerin Barbara Stolberg. Foto: Konczak Freuen sich auf die Zusammenarbeit: (v.l.) Heimatverein-Vorsitzender Friedrich Hübner, Pastor Thomas Meyer, Schauspieler Johannes Mitternacht, Kunsthistorikerin Herta Hoffmann, Kantor Jörg Jacobi und Kirchenführerin Barbara Stolberg. Foto: Konczak
Delmenhorster Grafen

Stadtgeschichte musikalisch-szenisch dargeboten

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Der gräfliche Hof in Delmenhorst steht im Fokus einer musikalisch-szenischen Vortragsreihe des Heimatvereins in Kooperation mit der City Kirche Delmenhorst. Die Veranstaltungen ziehen sich durch das ganze Jahr.

Ziel der Bemühungen ist es, die notwendige Sanierung der Grafengruft „am köcheln zu halten“, wie Friedrich Hübner, Vorsitzender des Heimatvereins, betont. Seiner Ansicht nach würde es Delmenhorst gut tun, wenn das historische Highlight der Öffentlichkeit besser zugänglich gemacht werden könnte. Start der neuen Reihe ist am 16. Januar, um 19 Uhr, in der Stadtkirche. Interessierte Besucher erfahren dann mehr über das Studentenleben der Grafensöhne Anton Heinrich und Christian.

Im Mittelpunkt des Abends soll das Stammbuch des jungen Studenten Anton Heinrich und die Bibliothek auf dem Schloss Delmenhorst stehen. „Das äußerst interessante Stammbuch ist vergleichbar mit einem Poesiealbum, in dem sich viele Menschen der Zeit eingetragen haben“, erklärt die Kunsthistorikerin Herta Hoffmann, zweite Vorsitzende des Heimatvereins. Das Original befinde sich in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar. Hoffmann möchte zum Auftakt der Reihe die vielfältigen sozialen Kontakte des Anton Heinrich vorstellen und Abbildungen zeigen. Auch wie die Bibliothek, die es einst auf dem Schloss Delmenhorst gab, auf die Erziehung der beiden Grafensöhne gewirkt hat, soll verdeutlicht werden.

„Stedinger Cronica“ im Fokus des zweiten Abends

Im Zentrum des zweiten Abends, am 30. Januar, 19 Uhr, soll dann die „Stedinger Cronica“ stehen, die Heinrich Vollers 1718 begonnen hat. „Das Interessante daran ist, dass Vollers kein Gelehrter, sondern ein Durchschnittsbürger war“, erklärt Hoffmann. „Er war Landwirt, Organist und Rechnungsschreiber auf dem Schloss.“ Zu Gehör solle zudem Orgelmusik aus der Zeit Vollers kommen sowie Stücke von dem ehemaligen Kantor Dirk Lücken, der Nachfolger von Heinrich Vollers in Berne war. Orgelwerke von Vollers selbst, gäbe es keine.

Beim dritten Abend, am 13. Februar, 19 Uhr, in der Stadtkirche, gehe es um die sechs Gemälde über die Oldenburger Löwensage, sozusagen der Gründungssage des Hauses, die Graf Christian seinerzeit in Auftrag gegeben hat. Die Originale seien mittlerweile in Rudolstadt in Thüringen. Dorthin habe Christians Schwester die Gemälde damals mitgenommen.

Die Kooperationsreihe des Heimatvereins mit der City Kirche findet am 12. März, 15 Uhr, mit einem Vortrag Dr. Dietmar Ponerts über Ludwig Münstermann und seinem Wirken in der Grafschaft Delmenhorst, ihre Fortsetzung. Treffpunkt für Interessierte ist im Hotel Thomsen.

Vom Messingsleuchter bis zur Marktordnung von Graf Anton II

Außerdem: Zu einer Orgelführung laden indes Kantor Jörg Jacobi und Kirchenführerin Barbara Stolberg für den 23. März, 11 Uhr, in die Stadtkirche ein. Im April möchte die Kirchenführerin außerdem den flämischen Messingleuchter in der Stadtkirche „unter die Lupe“ nehmen. Gräflich geht es mit der Reihe von Mai bis September weiter. Dann dreht sich die Thematik um die neun Töchter von Graf Anton II und Gräfin Sibylla Elisabeth sowie um die Pest vor den Toren der Stadt Delmenhorst und um die Marktordnung von Graf Anton II. Die genauen Termine werden dann zeitnah bekanntgegeben.

Zum 400. Todestag von Graf Anton II sollen unter anderem die Inschriften auf den Zinnsärgen der Grafengruft in neuer musikalischer Präsentation von Kantor Jörg Jacobi zu Gehör kommen. Der Gedenkabend beginnt am 25. Oktober um 19 Uhr in der Stadtkirche und schließt die Kooperationsreihe zwischen dem Heimatverein und der City Kirche zunächst ab.

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