Vorständin Annabel Oelmann. Foto: pv
Insolvenz

Verbraucherberater brauchen selbst Rat

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Die Bremer Verbraucherzentrale muss Insolvenz anmelden - über die Gründe hält sich der Verein bisher bedeckt, Mitarbeiter dürfen sich dazu nicht äußern.

Im September erst haben die Marktwächter in Bremen gehalten. Experten, die im Auftrag des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen durch Deutschland tourten und die Bürger über Geldanlagen aufklärten und vor finanziellen Gefahren warnten. An der Bremer Verbraucherzentrale ging der Rat offenbar vorbei. Sie musste Insolvenz anmelden.

Ihr drohen „in erheblichem Umfang sozialversicherungsrechtliche Ansprüche der Altersversorgung“, wie die Verbraucherzentrale mitteilte. Details wollte sie nicht nennen. Die Mitarbeiter dürfen sich nach eigener Aussage nicht dazu äußern. Der Vorsitzende des Verwaltungsrates, der Gewerkschaftssekretär Tim Voss, wollte auf den Grund der Insolvenz nicht näher eingehen.

Insolvenz in Eigenverwaltung

Die Verbraucherzentrale darf eine Insolvenz in Eigenverwaltung durchführen, die Leitung um Annabel Oelmann amtiert weiter, muss sich aber beraten lassen. Die Aufgabe übernehmen der Berliner Rechtsanwalt Olaf Schubert, der Insolvenzberater Christian Matiebel sowie der Bremer Rechtsanwalt Moritz Sponagel, den das Amtsgericht zum vorläufigen Sachverwalter berufen hat.

Die 32 Mitarbeiter der Zentrale behalten ihre Arbeitsplätze, wie Voss versichert. Auch die Gehälter seien gesichert.

Letzte Zahlen von 2017

Im Jahr 2017, neuere Zahlen sind nicht veröffentlicht, nahm die Verbraucherzentrale rund 1,1 Millionen Euro ein, davon 493.500 Euro als Zuschüsse vom Land Bremen. Mehr als die Hälfte der Einnahmen verschlangen die Personalausgaben.

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