Die Bewohner des Übergangswohnheimes „Am Rastplatz“ für Geflüchtete machen laut Anwohnern insbesondere in der warmen Jahreszeit einen für sie unerträglichen Lärm. Foto: Armbrust Die Bewohner des Übergangswohnheimes „Am Rastplatz“ für Geflüchtete machen laut Anwohnern insbesondere in der warmen Jahreszeit einen für sie unerträglichen Lärm. Foto: Armbrust
Burglesum

Anwohner beschweren sich über Lärm

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Die Anwohner rund um das Übergangswohnheim "Am Rastplatz" fühlen sich von dem Lärm der Kinder gestört. Im Beirat Burglesum wurde nun diskutiert, wie die Situation in Zukunft verbessert werden kann.

Von Friedrich-W. Armbrust

Seit Anfang 2018 gibt es das Übergangswohnheim „Am Rastplatz“ für Geflüchtete. Zur Zeit leben dort 226 Menschen. 116 davon sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, 48 davon Kinder unter sechs Jahren. Die Anwohnern der gegenüberliegenden Straße „Am Rastplatz“ fühlten sich besonders im heißen Sommer 2018 durch Lärm von Bewohnern des Heimes extrem belästigt. Das machten sie auf der Beiratssitzung im Ortsamt am Dienstagabend deutlich.

„Wir müssen uns hier über Konsequenzen unterhalten und wollen als Nachbarn ernst genommen werden“, sagte Fried Bielefeld. Man habe im vergangenen Sommer den eigenen Garten nicht ein einziges Mal genutzt, fügte seine Ehefrau Anke hinzu, weil es nicht möglich gewesen sei, sich zu unterhalten. Sie selbst sei die ganze Woche über angespannt, so Anke Bielefeld. „Sonntags war die Spitze. Mittags um ein, zwei Uhr geht der Lärm los bis tief in den Abend hinein.“

Innere Mission will nachbarschaftstaugliche Lösung

Der unkontrollierte Lärm der unbeaufsichtigten Kinder mache zu schaffen, so Fried Bielefeld. „Das ist ein infernalisches Schreien.“ Man habe das Gefühl, man sitze in einen Freibad mit angeschlossenem Biergarten, alles durchgängig geöffnet, sagt der Anwohner. Bei den Verantwortlichen stehe man „hilflos davor“ und werde von denen „abgewatscht“, ist seine Erfahrung.

Die Innere Mission ist Träger des Heims. Auch deren Vertreter nahmen an der Sitzung teil. „Das ist eine Form der Beeinträchtigung und eine spezielle Situation, die wir uns anschauen müssen“, sagte Bertold Reetz, Bereichsleiter für Flucht und Migration. Er versprach: „Wir werden im Sommer die Betreuungszeiten ausweiten und mit dem Wachdienst sprechen. Das muss nachbarschaftstauglich sein.“

Kinderlärm in den Abendstunden überschritten

Zu der Problematik hatte der Beirat ein Lärmgutachten eingeholt. Aufgrund des Lärmgutachtens und der Diskussion im Gremium fasste er einen einstimmigen Beschluss. Demnach bezeichnet der Beirat den Kinderlärm „als grenzwertig und in den Abendstunden als überschritten“. „Er erwartet, dass die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport in Zusammenarbeit mit der Inneren Mission weitere Lösungen, sowohl baulicher Art sowie durch Einwirken auf das Bewohnerverhalten, prüft und umsetzt“, heißt es wörtlich in dem Beschluss.

Außerdem seien Vorschläge der Polizei aufzunehmen. Dazu zählen laut Beschluss unter anderem die Teilnahme an regelmäßigen Treffen mit der neuen Heimleitung und anderen Akteuren, eine verbindliche Hausordnung sowie bestimmte Ereignisse nachzuarbeiten. „Die Betreuung durch die Innere Mission muss auch in den Abendstunden beziehungsweise an den Wochenenden gewährleistet sein und damit im Umfang insgesamt erhöht werden.“ Durch die Senatorin sind die dafür notwendigen Mittel bereit zu stellen, lautet der Wunsch.

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