Das Bahnhofsgebäude in Aumund bleibt mindestens die nächsten vier Jahre stehen. Ist bis dahin kein Käufer oder Vermieter gefunden, könnte es abgerissen werden. Archivfoto: WR Das Bahnhofsgebäude in Aumund bleibt mindestens die nächsten vier Jahre stehen. Ist bis dahin kein Käufer oder Vermieter gefunden, könnte es abgerissen werden. Archivfoto: WR
Aumund

Bahnhofsgebäude in Aumund bleibt vorerst erhalten

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Eigentlich wollte Aldi das alte Bahnhofsgebäude in Aumund im Zuge einer Filialerweiterung abreißen, doch es formierte sich Widerstand bei Bürgern und Beiratsmitgliedern. Nun gibt es neue Pläne.

Aldi möchte die Filiale an der Hammersbecker Straße umbauen. Die im vergangenen Jahr präsentierten Pläne riefen aber Kritik hervor – bei Bürgern und Beiratspolitikern. Das Unternehmen plante ursprünglich, eine Zufahrt über die Meinert-Löffler-Straße anzulegen und zudem das alte Gebäude des Bahnhofs Aumund abzureißen.

Viele betrachten dieses jedoch als ortsprägend, unter Denkmalschutz steht es aber nicht. Widerstand formierte sich, auch weil viele einen Verkehrsinfarkt befürchteten, sollte die Zufahrt an der Meinert-Löffler-Straße realisiert werden. Aldi setzte sich schließlich mit dem Bauamt Bremen-Nord zusammen, um über eine Alternative nachzudenken.

Und die scheint es zu geben: Aldi wird nun nicht, wie ursprünglich gedacht, das Bestandsgebäude erweitern, sondern setzt auf einen Neubau auf dem Grundstück. Von diesem hatte das Bauamt Bremen-Nord im vergangenen Jahr noch abgeraten, da dies mit einem zeitintensiven Verfahren zur Änderung des Bebauungsplans verbunden sei. Das inzwischen im Besitz von Aldi befindliche Bahnhofsgebäude bleibt den Plänen nach erhalten. Eine Zufahrt über die Meinert-Löffler-Straße soll es künftig nicht geben.

Käufer oder langfristiger Mieter gesucht

Die Anlieferung der Waren erfolgt über die Hammersbecker Straße. Die Lieferungen werden an der Gebäude-Rückseite abgewickelt, sodass der Lärm mit Blick auf die Häuser in der Umgebung abgeschirmt wird. Diese Pläne brachten Detlef Müller, Leiter der Abteilung Immobilien und Expansion bei Aldi, Bauingenieur Marc Kottke und Maximilian Donaubauer, Leiter des Bauamts Bremen-Nord, mit in die Sitzung des Beirats Vegesack am Donnerstagabend.

Komplett gerettet ist das Gebäude damit aber nicht. „Wir wollen helfen, wenn das Gebäude erhalten werden kann. Aber der Bahnhof wird nicht besser“, sagte Müller, „irgendwann wird man Geld reinstecken müssen und das ist nicht unser Geschäft.“ Aldi versuche einen Käufer oder langfristigen Mieter zu finden und gibt dafür einen Zeitraum von vier Jahren vor. „Wenn sich bis dahin nichts ergibt, muss man uns die Chance geben, das Gebäude abzureißen“, so Müller.

Beirat stimmt Plänen zu

Donaubauer verdeutlichte nochmal, dass Aldi kein Interesse an dem Gebäude habe und man nun schauen müsse, wie man es künftig nutzen möchte. Im Spiel ist laut Donaubauer auch noch ein kleines städtisches Grundstück an der Ecke Meinert-Löffler-Straße/Hammersbecker Straße, das mitgedacht werden müsse.

Die Beiratsmitglieder lobten die neuen Pläne. „Ich bin überrascht und begeistert“, sagte Günter Kiener (Bürger in Wut). Thomas Pörschke (Grüne) sagte, man könne zwar zufrieden sein, dennoch wünsche er sich diese Flexibilität des Aldi-Projekts auch bei anderen Bau-Projekten im Stadtteil. „Eine stimmige Planung“, stimmte Torsten Bullmahn (CDU) den Ausführungen der Aldi-Vertreter zu. Seine Fraktion hat sich im Vorfeld mit der Verkehrsführung an der Kreuzung beschäftigt und würde einen Prüfauftrag begrüßen, um festzustellen, wie der Verkehr besser geführt werden kann.

Der Vorschlag fand auch Eingang in den einstimmig angenommen Beschluss. In diesem begrüßt der Beirat unter anderem den Erhalt des Bahnhofsgebäudes und fordert Aldi auf, alles mögliche dafür zu tun, dass Gebäude langfristig zu erhalten. Darüber hinaus wird das Thema Verkehrsführung in den Verkehrs-Ausschuss verwiesen. Der Bausenator, die Wirtschaftsförderung und das Sondervermögen Infrastruktur werden zudem aufgefordert, den Beirat an dem beabsichtigten Verkauf des städtischen Grundstücks an der Meinert-Löffler-Straße zu beteiligen.

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