Etwas mehr als eine Stunde waren gestern Morgen Mitarbeiter des Ordnungsdienstes, Polizisten des Reviers in Lesum und des Einsatzdiensts sowie Beamte der Bundespolizei am Bahnhof Bremen-Burg im Einsatz. Foto: Harm Etwas mehr als eine Stunde waren gestern Morgen Mitarbeiter des Ordnungsdienstes, Polizisten des Reviers in Lesum und des Einsatzdiensts sowie Beamte der Bundespolizei am Bahnhof Bremen-Burg im Einsatz. Foto: Harm
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Polizei und Ordnungsdienst kontrollieren in Burg

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Mit 26 Personen waren gestern Morgen Polizei, Bundespolizei und der Ordnungsdienst am Bahnhof Bremen-Burg im Einsatz. Sie zeigten Präsenz, überprüften Personen und beschlagnahmten auch Drogen.

Mehrere Wagen der Polizei, zwei Polizisten mit Drogenspürhunden, zahlreiche Uniformierte, die sich am Bahnhof Bremen-Burg verteilten: In einer Schwerpunktmaßnahme hat die Polizei Bremen gemeinsam mit Kollegen der Bundespolizei aus Hannover sowie des Ordnungdienstes am Dienstagmorgen eine besondere Kontrolle durchgeführt. Knapp 30 Personen waren im Einsatz, darunter auch zivile Kräfte. „Wir sind regelmäßig am Bahnhof Burg, aber eine große Aktion wie diese ist schon außergewöhnlich“, sagt Ralph Dziemba, Leiter der Maßnahme und Chef des Reviers in Lesum.

Der Grund: Der Bahnhof Bremen-Burg ist ein Treffpunkt für Drogen- und Alkoholabhängige. Viele Bürger fühlen sich davon gestört. Die Polizei stuft den Ort als Brennpunkt ein und registrierte wiederholt Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und verschiedene Ordnungswidrigkeiten. Die Polizei will mit der Aktion zeigen, dass sie kontrolliert und der Szene sagen „Wir sind noch da“.

Situation hat sich insgesamt verbessert

Die Bilanz: Die Polizisten haben 26 Identitätsfeststellungen durchgeführt, einen Ordnungsverstoß festgestellt, eine Strafanzeige wegen des Besitzes von Betäubungsmittel gestellt und einen Mann beim Handeln mit geringen Mengen von einer offensichtlich harten Droge erwischt. Der 40-Jährige aus Blumenthal wurde vorläufig festgenommen. Zudem durchsuchten die Beamten seine Wohnung und beschlagnahmten dort weitere belastende Beweise, darunter ein E-Bike, das aus einem Diebstahl stammt.

Die Polizei unterscheidet am Bahnhof Burg insbesondere zwei Gruppen: Jene, die eine Substitutionstherapie machen und bei der nahe gelegenen Praxis Methadon erhalten, sowie jene, die ihre Drogen zum Kauf anbieten. Letzteren galt auch die Kontrolle. Aus Sicht der Polizei hat sich die Situation am Bahnhof in den vergangenen Jahren verbessert. „Der Handel mit Betäubungsmitteln ist im Vergleich zu der Situation vor vier, fünf Jahren deutlich weniger geworden“, sagt Dziemba.

Streetworker und KOPs im Einsatz

Auch Florian Boehlke sieht das so, aber er weiß auch: „Bahnhöfe bleiben ein Anziehungspunkt für viele unterschiedliche Gesellschaftsschichten.“ Viele Bürger wenden sich mit ihren Beschwerden an den Ortsamtsleiter in Burglesum. Inzwischen hätten aber auch viele Bürger die Erfahrung gemacht, dass die Gruppen ihnen nichts tun und nur auffällig seien.

Auch die Arbeit der Streetworker habe sich bewährt, sagen Dziemba und Boehlke. Sie sind einmal pro Woche in Burg, kommen mit den Gruppen vor Ort ins Gespräch, bauen Vertrauen auf und gehen auch auf ihre Außenwirkung ein. Zusätzlich ist der zuständige Kontaktpolizist zwei Mal die Woche dort. „Wir wollen ein Wechselspiel zwischen dem Kontaktpolizisten als Vertrauensperson und Aktionen mit Kontrollen hinbekommen“, erklärt Dziemba.

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