Leere Tische sind in der City keine Seltenheit. Laut einer Umfrage planen durchschnittlich nur 11,6 Prozent der Befragten, hier etwas zu essen oder zu trinken. Foto: Schlie
Umfrage

„Die City ist auf einem gutem Weg“

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Eine Untersuchung des Kölner Handelsforschungsinstituts (IFH) über „vitale Innenstädte 2018“ zeigt, wie attraktiv die deutschen Innenstädte sind. Bremen hat in einigen Bereichen noch Nachholbedarf.

Wo gehen Menschen am liebsten einkaufen? Wie gut ist das Einzelhandelsangebot in deutschen Städten? Und wie ist es um das Freizeitangebot, die Erreichbarkeit der Innenstädte und die Gastronomie vor Ort bestellt? Eine umfangreiche Untersuchung des Kölner Handelsforschungsinstituts (IFH) über „vitale Innenstädte 2018“ liefert nun Antworten und zeigt: Bremen hat in einigen Bereichen noch Nachholbedarf.

Aufgeteilt wurden die Befragungen in verschiedene Gruppen. Die Städte um Bremen (mehr als 500.000 Einwohner) umfassen neben der Hansestadt etwa Düsseldorf, Essen, Frankfurt, Nürnberg oder Leipzig. Im Vergleich liegt Bremen hier mit der Gesamtnote 2,6 unter dem Durchschnitt der ähnlich großen Städte (2,3). Befragt wurden insgesamt 606 Passanten aus allen Altersstufen in der Bremer Innenstadt.

Probleme mit Sauberkeit, Parken und Erreichbarkeit

Die Problemzonen für die Bürger waren vor allem die Erreichbarkeit mit dem Auto, die Parkmöglichkeiten und das Freizeitangebot. Auch bei der Bewertung der Plätze und Grünflächen sowie beim Faktor Sauberkeit schneidet Bremen nur befriedigend bis ausreichend ab.

Gute Bewertungen gab es dagegen bei der Erreichbarkeit mit Bus und Bahn, dem Gastronomie- und Dienstleistungsangebot sowie bei der „Lebendigkeit in der City“ und den Sehenswürdigkeiten. Gemischt fallen die Ergebnisse im Einzelhandel aus: Einerseits gibt es ein gutes Angebot in den Bereichen Uhren/Schmuck (Note 2,3), Optiker (2,2) und Bücher (2,3), andererseits gibt es Verbesserungsbedarf in den Bereichen Textil und Schuhe.

Gastronomie lockt zu wenig Gäste an

Das gastronomische Angebot wird zwar allgemein als gut bewertet, doch nur 11,6 Prozent der Befragten kommen deswegen extra in die Innenstadt. Bei den vergleichbaren Städten liegt der Anteil mit durchschnittlich 21,5 Prozent der Besucher deutlich höher. Die meisten Befragten gaben an, zum Einkaufen (54 Prozent), Sightseeing (17 Prozent) oder wegen eines Behörden- oder Arztbesuchs (15 Prozent) in Bremen unterwegs zu sein.

Für die Erhebung der Daten auf lokaler Ebene war die City-Initiative Bremen verantwortlich. Ebenfalls beteiligt waren die Senatoren für Wirtschaft, Arbeit und Häfen und für Umwelt, Bau und Verkehr sowie die Bremer Handelskammer.

Großprojekte sollen Innenstadt in Zukunft aufwerten

Jan-Peter Halves, Geschäftsführer der City-Initiative, ist mit den Ergebnissen zufrieden. „Insgesamt ist die Innenstadt auf einem guten Weg. Mit den Projekten, die in nächster Zeit anstehen, kann die Attraktivität weiter gesteigert werden“, sagt Halves. Besonders das City-Gate, das in den nächsten Monaten eröffnen soll, sowie das geplante Balge-Quartier und die Umbauten der Domsheide und des Kontorhauses tragen laut Halves dazu bei, noch bestehende Defizite endlich auszugleichen.

Auch Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) betont: „Die Befunde sind sehr wichtig, wenn es darum geht zu erkennen, was wir in der Innenstadt verbessern müssen. Um die Ziele zu erreichen, müssen Politik, Verwaltung und Unternehmen künftig noch enger zusammenarbeiten.“

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