Ralf Brandes hat in der Verkehrsmanagement-Zentrale die Autobahnen, Bundes- und Stadtstraßen, Ampeln und Co. im Blick. Per Funk ist er mit dem Lagezentrum der Polizei verbunden. Foto: Harm Ralf Brandes hat in der Verkehrsmanagement-Zentrale die Autobahnen, Bundes- und Stadtstraßen, Ampeln und Co. im Blick. Per Funk ist er mit dem Lagezentrum der Polizei verbunden. Foto: Harm
VMZ

Ganz Bremen auf 20 Bildschirmen

Von
Ob Stau, ein Unfall oder eine defekte Ampel - alles, was mit der aktuellen Verkehrslage zu tun hat, läuft in der Verkehrs-Management-Zentrale zusammen. Wir haben die Schaltstelle des Bremer Verkehrs besucht.

Wenn künftig die Ampeln mit den Autos kommunizieren und zum Beispiel mitteilen, wie lange die Anlage noch auf Rot steht, ist Bremen schon vorbereitet. „Im Prinzip können unsere Anlagen das jetzt schon. Sie brauchen aber noch einen Sender“, sagt Bernd-Stefan Köster, Referatsleiter für den Bereich Verkehrstechnik im Amt für Straßen und Verkehr (ASV).

Die rund 630 Ampeln in Bremen sind so vernetzt, dass Mitarbeiter des ASV nachvollziehen können, wann eine Ampel auf Grün umspringt, wie lange die Rot-Phase dauert und ob eine Lampe ausgetauscht werden muss.

Das ist nur ein Bruchteil jener Informationen, die in der Verkehrsmanagement-Zen­trale (VMZ) des ASV zusammenlaufen. Dort, in einem Raum am Herdentorsteinweg, ist auf mehr als 20 Bildschirmen die aktuelle Verkehrslage in der Stadt zu sehen. Die Monitore zeigen eine großformatige Übersicht über das Straßennetz, aktuelle Baustellen, den Ticker des Lagezentrums der Polizei, Informationen über defekte Ampelkreuzungen. Auch Daten von der A1 und der A27 können dort abgerufen werden, und die Bilder der Webcams am Brill, am Autobahnzubringer Überseestadt und weiteren Orten laufen durch.

In der VMZ laufen alle Verkehrsinfos zusammen

Das ASV ist unter anderem für 1.370 Kilometer Stadtstraße, 75 Kilometer Autobahn, 27 Kilometer Bundesstraße und mehr als 600 Ampeln in Bremen verantwortlich. Die VMZ hält die Bürger über die aktuelle Lage auf dem Laufenden. „Wir wollen mit der VMZ die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs gewährleisten“, erklärt Referatsleiter Köster.

Das Lagezentrum der Bremer Polizei spielt dabei eine besondere Rolle. Dort laufen zum Beispiel Hinweise zu Gegenständen auf der Autobahn, zu Unfällen, Falschfahrern und mehr ein. Muss nach einem Unfall eine Spur auf der A1 gesperrt werden, wird dies aus der VMZ gesteuert. Gefahrenmeldungen werden automatisch an die Radiosender weitergegeben. Alle Systeme sind aufeinander abgestimmt. Während das ASV die Technik zur Verfügung stellt, übernehmen sechs Mitarbeiter der Polizei im Wechsel den Betrieb.

In der VMZ läuft vieles automatisch. Besonders deutlich wird dies am Beispiel der sogenannten Verkehrsbeeinflussungsanlage auf der A1. Etwa 1.000 Messpunkte senden Informationen über die Wasserfilmhöhe, die Sichtweite, den Restsalzgehalt, die Anzahl der Fahrzeuge auf den einzelnen Spuren und die Durchschnittsgeschwindigkeit. Registriert die Anlage zum Beispiel eine bestimmte Wasserfilmhöhe, gekoppelt mit einer geringen Sichtweite, warnt sie vor Aquaplaning und empfiehlt, langsamer zu fahren.

14 Kameras überwachen Hemelinger Tunnel

Neben der A1 mit ihren 120.000 Fahrzeugen, die täglich die Weser überqueren, liegt noch ein besonderes Augenmerk auf dem Hemelinger Tunnel. Aufgrund seiner Länge von 580 Metern ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass er dauerhaft überwacht wird. 14 Kameras sorgen dafür.

„Bisher hatten wir zum Glück noch keinen Brand im Tunnel. Aber Unfälle und betrunkene Personen, die mit dem Fahrrad in den Tunnel fahren, kommen häufiger vor“, sagt Hans-Georg Teich, beim ASV zuständig für die VMZ.

Flächendeckendes Internet notwendig

Hochmodern soll es auch künftig weitergehen. Denn nicht nur die Ampeln könnten in Zukunft mit den Autos kommunizieren. Die Fahrzeuge der Zukunft sollen auch Informationen über Baustellen, Fahrbahnsperrungen und Co. empfangen können. Und wer in seinem Navigationsgerät ein Parkhaus als Ziel eingibt, soll abrufen können, wie viele freie Parkplätze noch verfügbar sind. Einige Autohersteller beginnen laut Köster in diesem Jahr sukzessive mit dem Einbau solcher Kommunikationssysteme.

„Das VMZ will die Potenziale nutzen und stellt Herstellern schon jetzt über den sogenannten Mobilitäts-Daten-Marktplatz Informationen zur Verfügung“, sagt der Referatsleiter. Doch etwas Entscheidendes fehlt: „Damit das alles funktionieren kann, ist ein flächendeckendes Internet wichtig.“

Die aktuelle Verkehrslage kann im Internet unter vmz.bremen.de abgerufen werden.

Teile jetzt den Artikel

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.