Fahrräder werden besonders häufig in der Neustadt gestohlen. Foto: WR In Bremen wurden im vergangenen Jahr 6.080 Fahrräder geklaut. Das sind 1.179 mehr als noch ein Jahr zuvor. Schlecht gesicherte Räder machen es Dieben besonders leicht. Foto: Schlie
Kriminalstatistik

Radklau hat in Bremen Hochkonjunktur

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Viel erfreuliches hatte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) bei der Vorlage der polizeilichen Kriminalstatistik für 2018 zu berichten. Leider ist die Kriminalität aber nicht in allen Bereichen rückläufig.

Die Zahl der Straftaten sei leicht rückläufig, so Mäurer, während die Aufklärungsquote auf 49,2 Prozent gestiegen sei. Aber es gibt auch Negativausschläge: So habe sich die Zahl der Fahrraddiebstähle – vor allem durch organisierte Diebesbanden – im vergangenen Jahr um 1.179 auf 6.080 erhöht.

Keine Erklärung für erhöhten Radklau

Eine richtige Erklärung habe man dafür allerdings nicht. Polizeipräsident Lutz Müller nannte die lang anhaltende Gutwetterperiode als möglichen Grund. Außerdem könne die Möglichkeit der leichteren Anzeigenaufnahme durch die Onlinewache zu einer Steigerung der Anzeigen geführt haben.

Besonders erfreut zeigte sich Mäurer über den Rückgang beim Raub und beim Wohnungseinbruch: So sei die Zahl der Einbrüche bereits zum vierten Mal in Folge gesunken. Waren es 2014 noch 3.057 angezeigte Fälle, ist die Zahl 2018 auf 1.618 gefallen. Dabei hat sich die Zahl der vollendeten Einbrüche in dieser Zeit sogar halbiert und lag im vergangenen Jahr bei 897 Fällen (1.818 Fälle in 2014). Allerdings: Obwohl sich die Aufklärungsquote leicht verbessert hat, liegt sie bei lediglich 6,9 Prozent.

Zahl der Raubtaten sinkt seit vier Jahren

Seit vier Jahren sinkt auch die Zahl der Raubtaten: Im vergangenen Jahr ging dieses Delikt noch einmal um 50 auf 816 Fälle zurück. Mit 41,9 Prozent liegt die Aufklärungsquote in diesem Bereich dabei ungleich höher als bei den Einbrüchen.

Ungefähr doppelt so viele Fälle werden übrigens bei den Tötungsdelikten gelöst, deren Zahl im vergangenen Jahr bei sechs Fällen gelegen hat. Eine deutliche Steigerung hat es dafür bei den versuchten Tötungen gegeben, deren Zahl sich glatt verdoppelt hat. Das habe allerdings vor allem an der geänderten Einstufung von bestimmten Delikten gelegen, erklärt Mäurer. So würden Tritte gegen den Kopf nicht mehr als Körperverletzung, sondern als versuchte Tötung gewertet.

Bearbeitungsrückstand gestiegen

Mäurer und Müller räumten aber auch Bearbeitungsrückstände bei der Polizei ein, die im vergangenen Jahr um 4.600 auf nun über 15.000 Fälle angestiegen seien. Dies liege vor allem an der dünnen Personaldecke der Polizei, Fehlstellen bei der Kripo und den 25 Ermittlern die für das BAMF-Verfahren abgestellt seien. Das Verfahren solle aber bis zum Sommer enden. Zudem sollen auch noch 13 weitere neue Ermittler in Kürze ihre Arbeit aufnehmen.

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