Oberst André Denk bedankte sich bei Richard Yoneoka für seinen Beitrag in der Vortragsreihe zu den „Transatlantischen Beziehungen zur Halbzeit der Präsidentschaft Trump“. Foto: Möller
Vortrag in Garlstedt

Donald Trump in einer Reihe mit seinen Vorgängern

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Vor rund 350 Zuhörern sprach Dienstagabend der Generalkonsul der USA, Richard Yoneoka,in der Logistikschule der Bundeswehr. Sein Thema: "Die transatlantischen Beziehungen zur Halbzeit der Präsidentschaft Trump".

Die Beziehungen zwischen den USA und Deutschland waren gut, sind gut und werden es bleiben, Probleme bereite nur ein gewisses „mediales Rauschen“, die Medien sind also schuld am vermeintlich schlechten transatlantischen Klima. So einfach das Fazit von Richard Yoneoka, vor rund 350 Zuhörern im in Zeiten des kalten Krieges von der Division „Hell on Wheels“ als Kino genutzten Hörsaal der ab 1993 dort eingezogenen Logistikschule der Bundeswehr.

Früher, der US-amerikanische Generalkonsul griff gerne in die Historie: Schon im Jahr 1794 habe George Washington die zweite Auslandsvertretung seines Landes ganz in der Nähe, in Bremen, eröffnen lassen. 1947 wären die USA Geburtshelfer der Bundesländer Bremen und Niedersachsen gewesen. 70 Jahre sei es her, dass die Amerikaner mit der Luftbrücke Berlin am Leben erhalten hätten.

Zwei-Prozent-Ziel ist keine Erfindung von Trump

20 Jahre ist er selbst als Diplomat tätig und davon überzeugt, dass sein aktueller Präsident Donald Trump in vielen Punkten bloß das Handeln seiner Vorgänger fortsetze. Denn: Auch bisherige US-Regierungen hätten von ihren Nato-Partner verlangt, ihre Militärausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes anzuheben. Das habe Vizepräsident Mike Pence, begleitet von einer großen Delegation seines Landes, bei der Münchner Sicherheitskonferenz unterstrichen. Deutschland ziehe großen Nutzen aus seiner Nato-Mitgliedschaft und zahle dafür zu wenig in die Kasse ein.

Dem Bau der Ostsee-Pipeline für den Import russischen Erdgases hätte auch Obama kritisch gegenübergestanden, 20 Mitgliedsländer der Europäischen Union täten dies übrigens auch.

Deutschland steht in der Beweispflicht

Für die Sicherung des Friedens in Europa habe Deutschland nicht bloß seinen Wehretat aufzustocken, man brauche schließlich Panzer, die rollen, Kampfflieger, die abheben und U-Boote, die in See stechen können. Auch Mängel in der Infrastruktur nahm Yoneoka ins Visier: Amerikanische Truppentransporte könnten kaum die maroden und zu schmalen Straßen Deutschlands passieren. Viele Brücken seien nicht für größere Belastungen ausgelegt, Unterführungen zu niedrig gebaut.

Ob die USA zur Halbzeit der Präsidentschaft Trumps noch ein verlässlicher Partner seien? Die Frage ist für Yoneoka falsch gestellt: Deutschland habe zu beweisen, dass es noch verlässlich ist.

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