Chika Aruga konnte sich die diesjährige Auszeichnung der Willi-Oltmann-Stiftung sichern. Foto: Konczak Chika Aruga konnte sich die diesjährige Auszeichnung der Willi-Oltmann-Stiftung sichern. Foto: Konczak
Verleihung

Willi-Oltmann-Preis: Chika Aruga setzt sich durch

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170 Künstler bewarben sich für die Auszeichnung der Willi-Oltmann-Stiftung, die seit 2000 verliehen wird. Die vierköpfige Jury entschied sich schlussendlich für die deutsch-japanische Künstlerin Chika Aruga.

Chika Aruga erhält den Willi-Oltmanns-Preis 2019. Mit ihrer souveränen Malerei überzeugte die 44-Jährige nahezu einvernehmlich die Jury. „Ihre abstrakten Bilder haben eine unglaubliche Leichtigkeit, die Farben und Formen scheinen sich in einer fast schwerelosen Welt zu bewegen. Dennoch kann das Auge landschaftliche Räume erkennen“, sagt der Kunsthistoriker Bernd Küster, der mit dem Maler Peter W. Schaefer, der Malerin Marina Schulze und der Kunsthistorikerin Wiebke Steinmetz der Jury angehörte. Insgesamt hatten sich 170 Künstler für den Delmenhorster Kunstpreis beworben.

Eine künstlerische Brücke

Besonders beeindruckt hat die Jury, dass Aruga mit ihrer Malerei unabhängig von anderen künstlerischen Tendenzen, eine individuelle Position entwickelt hat. „Auch baut sie hinsichtlich ihrer künstlerischen Technik eine Brücke zwischen der europäischen und der asiatischen Kunst“, erläutert Küster.

Chika Aruga wurde 1975 in Nagano (Japan) geboren. Sie hat an der Musashino Art University in Tokyo und an der Hochschule für Künste in Bremen studiert. Zurzeit lebt sie in Hamburg. „Ich stamme aus einer alpinen Gegend“, sagt sie. „Doch erst als ich damals aus Deutschland zurück nach Hause reiste, habe ich gemerkt, wie beeindruckend eigentlich die Landschaft in meiner Heimat ist und ich habe nach einem Ausgangspunkt gesucht, mit dem der Betrachter mitfühlen kann“, sagt sie.

Zwischen Wirklichkeit und Möglichkeiten

In ihren Arbeiten spielen zudem Fragen nach Harmonie und Störung eine große Rolle. Es sei ein Vexierspiel zwischen der gesehenen Wirklichkeit und den Möglichkeiten, welche diese Wirklichkeit immer wieder zum Kippen bringen könnte. Und tatsächlich: Je länger man die Arbeiten der Künstlerin betrachtet, umso mehr lässt sich entdecken: Kirschblüten, alpine Landschaften, Menschen in einer verregneten Stadt, grüne Schluchten – der assoziativen Vielfalt scheint kaum Grenzen gesetzt zu sein. Technisch arbeitet Aruga in Farbschichten. Sie trägt Farbe auf, schleift sie in Teilen wieder ab und nutzt die Acrylfarbe flüssig wie Aquarellfarbe.

Willi-Oltmann-Preis wird alle drei Jahre verliehen

Der Willi-Oltmanns-Preis wird seit 2000 alle drei Jahre von der Willi-Oltmanns-Stiftung in Delmenhorst verliehen. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 5.000 Euro dotiert sowie mit einer Ausstellung und einer Katalogförderung von 7.500 Euro, die durch die EWE-Stiftung finanziert wird.

Die Verleihung des Willi-Oltmanns-Preises 2019 ist am 2. Oktober im Rahmen eines Festaktes im Theaterfoyer „Kleines Haus“ geplant. Dort werden dann auch einen Monat lang Bilder der Künstlerin ausgestellt sein.

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