Mofafahrer auf dem Gehweg. Die Willy-Brandt-Allee bleibt ersteinmal wie sie ist. Das Problem der missbräuchlichen Benutzung von Fußwegen durch Radfahrer und sogar motorisierte Zweiradfahrer soll aber erneut angepackt werden. Foto: Konczak
Verkehr

Willy-Brandt-Allee bleibt erstmal wie sie ist

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Die Gehwege an der Willy-Brandt-Allee sollen nicht verbreitert werden. Die Bäume können bleiben. Dafür hat sich die Delmenhorster Politik einstimmig ausgesprochen. Doch das Kernproblem ist damit noch nicht gelöst.

Gut einen Monat nach dem ersten Anlauf hat der Delmenhorster Ratsausschuss für Planen, Bauen und Verkehr am Dienstag einstimmig für die Aufhebung eines Ratsbeschlusses aus dem Jahr 2017 votiert. Dieser sah vor, die Walnussbäume in der Allee abzuholzen, damit wäre Platz für die Verbreiterung der Gehwege gewesen.

Das wiederum hätte erlaubt, die Wege für die Mitbenutzung von Radfahrern freizugeben. Doch das war gar nicht nach dem Geschmack der Anwohner, wie sie zu Beginn der Sitzung erneut deutlich machten.

Breitere Wege – mehr Radfahrer?

„Wenn die Wege breiter werden wird es nur schlimmer, dann fahren die Radfahrer zu zweit nebeneinander“, formulierte ein Anwohner in der Einwohnerfragestunde seine Befürchtungen. „Besser, die Straße einfach so lassen“, regte er an.

„Wir geben Steuergeld für etwas aus, das die Bürger gar nicht haben wollen“, warb Marianne Huismann (Grüne) für den von ihr beantragten Aufhebungsbeschluss. Der Mehrheit durfte sie sich zu diesem Zeitpunkt schon sicher sein.

SPD sieht Fehler ein

Bereits in der Februar-Sitzung hatten die Fraktionen Zustimmung signalisiert. Nur die SPD, aus deren Reihen die Initiative zu dem Beschluss seinerzeit gekommen war, hatte noch um Bedenkzeit für interne Abstimmungsprozesse gebeten. „Wir sind damals von anderen Voraussetzungen ausgegangen. Wir haben eingesehen, dass wir damals einen Fehler gemacht haben“, erklärte Detlef Roß jetzt den Sinneswandel der seiner Fraktion.

So stimmte der Ausschuss schließlich einstimmig dafür, dass mit 115.000 Euro veranschlagte Bauprojekt zu den Akten zu legen. Man könne das Geld verwenden, um die Situation für die unter dem verdichteten Boden leidenden Bäume zu verbessern, schlug Hans Dieter Hohmeister vom Naturschutzbund vor. „Granulat und Belüftung kaufen, fertig“, sagte er.

Nachspiel programmiert

Es wird wohl nicht das letzte Mal gewesen sein, dass sich der Ausschuss mit der Situation an der Willy-Brandt-Allee befasst hat. Denn das Grundproblem bleibt: Weil ihnen das Kopfsteinpflaster der Fahrbahn zu hubbelig ist, nutzen regelmäßig Radfahrer und sogar motorisierte Zweiradfahrer widerrechtlich die Bürgersteige.

„Die Gefährdung ist da“, konstatierte der Ausschussvorsitzende Heinrich-Karl Albers (CDU). „Die Verwaltung wird von uns gebeten, eine andere Lösung zu finden“, ergänzte Albers.

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