Trendy Hauptbahnhof Feb 2019, Foto: Gößler Sana Burhani, Abdulla Burhani, Hamed Gran und Sangar Qazizada vom Trendy-Shop in der Bahnhofspassage hoffen, dass der Familienbetrieb ­weitergeführt werden kann. Ob und wie es weitergeht, soll nun das Gericht klären. Foto: Gößler
Hauptbahnhof

Bahn verklagt Trendy-Shop

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Der Familienbetrieb im Hauptbahnhof will sein Geschäft nicht räumen, die Deutsche Bahn hat mittlerweile eine Räumungsklage erwirkt.

Seit Ende Januar befindet sich der Trendy-Shop im Bremer Hauptbahnhof im Ausverkauf. „Alles muss raus“ steht auf den Schildern – Omid Burhani, der das Geschäft seit 19 Jahren mit seiner Familie betreibt, will aber nicht aufgeben.  Burhani geht mit Hilfe eines Anwalts rechtlich gegen die Räumungsklage der Bahn vor. Der Fall ist nun vor dem Amtsgericht Bremen gelandet.

Deutsche Bahn schweigt bisherzu Vorwürfen

Es sei verwerflich, jemanden nach so langer Zeit ohne Angabe von plausiblen Gründen einfach rauszuwerfen, sagt der Anwalt der Burhanis. Die Bahn schweigt bis jetzt zu den Vorwürfen, die Richter sollen den Fall klären.

Bis dahin geht der Ausverkauf weiter – laut Burhani reichen die Lagerbestände noch für mehrere Monate, zusätzlich hat er ab Ende Mai sogar noch weitere Geschäftsräume im Roland-Center für den Ausverkauf angemietet.

Dass der Trendy-Shop im Bahnhof seine Berechtigung hat, steht für Burhani außer Frage. „Wir haben viele Stammkunden, die wissen, dass sie hier etwa Handy-Zubehör oder Fan-Artikel kaufen können“, sagt der Betreiber. An anderer Stelle würde sein Geschäft weit weniger Umsatz machen, glaubt er.
Dies untermauern seiner Meinung nach zahlreiche Unterschriften für eine Petition gegen die Schließung: Laut Burhani haben schon fast 50.000 Menschen unterschrieben.

Branchenmix solle optimiert werden

Der Schock kam für die Familie kurz vor Weihnachten letzten Jahres, als die Bahn-Zentrale mitteilte, nicht mehr auf den Shop zu setzen. Am 6. Januar folgte die Mitteilung, dass der Laden bis Ende des Monats geräumt werden müsse. Die Begründung: Die Deutsche Bahn wolle den Branchenmix in den kommenden Jahren gemäß den Kundenbedürfnissen optimieren.

Das kritisiert Burhani. „Weil kein großer Konzern hinter uns steht, haben wir auch keine Chance, uns zu wehren“, beklagt der Geschäftsleiter.

Bewerbung für Platz im City-Gate

Wie lange es dauert, bis eine Entscheidung gefällt wird, ist noch völlig offen. Bis es soweit ist, möchte Burhani auch noch nicht über Alternativen nachdenken. Eine sieht er aber doch: „Wir haben uns schon für einen Platz im City-Gate beworben, aber auch in der dortigen Passage wird erstmal auf Großkonzerne und Franchise-Ketten gesetzt.“

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3 Antworten

  1. Köckritz, Werner H.V. sagt:

    Leserbrief zum Artikel Bahn verklagt Trendy – Shop vom 08. Mai 2019

    An weserreport.de Betreff Leserbrief.

    Sehr geehrte Damen und Herren!

    Lang ist es schon her, dass ich am Bahnhof unserer Stadt war und so schnell werde ich dort auch nicht hin kommen, denn meine Behinderung hat sich derart verschlechtert, dass ich nicht mehr so ohne weiteres dort hin komme. Das ist schade, denn sonst hätte ich mir das Geschäft noch einmal selber angesehen.

    Ich nenne das, was die Bahn mit Frau Sand Burhani, Herrn Addula Burhani, Herrn Hamed Gran und Sangar Qazizada veranstaltet nicht gut!

    Meiner Meinung nach denk die Bahn zu großspurig. Was ich wiederum für einen Groben Fehler halte! Denn wenn sie (die Verantwortlichen der Bahn) nur auf Giganten, wie sie auch einer ist, setzt, halte ich das für zu kurz gedacht, denn unsere Wirtschaft braucht solche Betreiber um ein Teil dieser zusein.

    Zumal die Bahn auch einmal klein begonnen hat und auch nur so groß wurde, durch den kleinen Bürger. Also würde ich sehr dafür stimmen, dass sie ihr Vorhaben überdenkt und der Familienbetrieb in seine Hallen bleibt!

    Mit freundlichen Grüßen

    Werner H.V. Köckritz

  2. Gunnar-Eric Randt sagt:

    Bremer against social fasicism
    Familiärer Egoismen ist der Vielfalt im Lande grundsätzlich schädlich. Sie führen zu
    Ausgrenzung und in der Folge zu Diskriminierung von Alleinstehenden, die ohne Familie oder sonstige Verwandtschaft auf der Welt zu haben, dafür als Menschen mit Schwerbehinderungen beispielsweise in Findorff, dem familienfreundlichen Stadtteil aus dem „FF“, leben wollen, ist eine weitere Folge des bundesweit grassierenden Familienwahn.

  3. Gunnar-Eric Randt sagt:

    Bremer against social fasicism – Einzelkinder feiern den Tag der Geschwisterkinder nicht
    Familiäre Egoismen sind der Vielfalt im Lande grundsätzlich schädlich. Sie führen zu
    Ausgrenzung und in der Folge zu Diskriminierung von Alleinstehenden, insbesondere derer, die ohne Familie oder sonstige Verwandtschaft auf der Welt zu haben, dafür als Menschen mit Schwerbehinderungen, beispielsweise in Findorff, dem familienfreundlichen Stadtteil aus dem „FF“, leben wollen, was eine weitere Folge des bundesweit grassierenden Familienwahns ist.

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