Thomas Wilkening (rechts) lässt die Schüler einen Härter in das Lackmaterial mischen, um ihnen zu demonstrieren, wie schnell Lack mittels einer chemischen Reaktion aushärten kann.Foto: Möller Thomas Wilkening (rechts) lässt die Schüler einen Härter in das Lackmaterial mischen, um ihnen zu demonstrieren, wie schnell Lack mittels einer chemischen Reaktion aushärten kann.Foto: Möller
MINT-Projekt

Technik verlangt vor allem eine Menge Kreatvität

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Bei der IHK Stade ist ein Projekt angesiedelt, das Jugendliche für eine Berufswahl in den Bereichen Mathematik und Naturwissenschaften anregen soll. Beim Lackhersteller Bergolin verschafften sich Schüler Einblicke.

„Total cool“, so beschreibt Philip Spalek sein erstes Lackier­erlebnis: In der Spritzkabine von Bergolin durfte er eine Blechdose mit einem von ihm zuvor selbst angerührten Lack besprühen. Der Hersteller von Lacken für die Industrie war Gastgeber für eine Gruppe am Ausbildungsberuf des Lacklaboranten interessierter Schülerinnen und Schüler. Der 15-Jährige hatte wohl schon einmal eine Tapete angestrichen, „das geht ja viel einfacher als mit dem Pinsel“, stellt er nun überrascht fest.

Wie die anderen seiner Gruppe interessiert sich der Schüler von der Integrierten Gesamtschule Osterholz-Scharmbeck für eine Ausbildung in einem technischen Beruf: „Besonders, weil hier viel Kreativität gefordert ist.“

Frühzeitge Nachwuchssuche

In der Spritzkabine zeigt der Auszubildende Jonas Gerken Schüler Marvin Steffens den richtigen Umgang beim Sprühen mit Lack.

In der Spritzkabine zeigt der Auszubildende Jonas Gerken Schüler Marvin Steffens den richtigen Umgang beim Sprühen mit Lack. Foto: Möller

Die Industrie- und Handelskammer Stade (IHK) hatte an den Schulen im Landkreis Osterholz Werbung für ein Projekt gemacht, das Jugendlichen besondere Einblicke in regionale Unternehmen des so genannten MINT-Bereichs gibt, die ihrerseits dringend Nachwuchskräfte suchen. 15 Schülerinnen und Schüler der achten und neunten Jahrgänge besuchen im Zeitraum von Januar bis Juni insgesamt sechs Betriebe mit naturwissenschaftlichem und technischem Schwerpunkt.

Bei Bergolin sind rund 120 Mitarbeiter an der Entwicklung und Produktion von hochwertigen Industrielacken wie Lacken für die Windkraftindustrie, die Automobilzulieferindustrie sowie den Korrosions- und Bautenschutz beteiligt. Ausbilderin Tina Gärtner ist seit neun Jahren im Betrieb und wirbt gerne, bespielsweise bei den Berufsorientierungstagen an den Berufsbildenden Schulen, für ihren Beruf. Zu sehen, wie Jugendliche sich nun mit eigenen Experimenten im Labor des Unternehmens versuchen, sei eine sehr gute Möglichkeit, das Berufsbild beispielsweise des Lacklaboranten jungen Menschen nahezubringen. „Die Schülerinnen und Schüler sind sehr ernsthaft dabei“, so ihre Beobachtung.

Überzeugungskraft durch Praxisbezug

Zuerst setzten sich die Jugendlichen damit auseinander, dass Lacke nicht nur bunt sind, sondern auch eine das Material schützende Funktion haben können. Der Auszubildende Thomas Wilkening demonstrierte anschließend, wie schnell der Lack beim Zusetzen eines Härters eine feste Form annehmen kann. Der Schüler vom Gymnasium Ritterhude, Tom Schröter, merkte beim An­mischen schnell eine Wärme, die er am Behältnis spüren konnte. Ausgegossen auf eine Platte, härtete die Mischung in Sekundenschnelle aus, die so entstandenen Gießlinge in Formen kleiner Kunstwerke konnten die Schüler mit nach Hause nehmen.

Auszubildende Yasmine Schröder führte mit Jugendlichen eine Testreihe durch. Foto: Möller

Auszubildende Yasmine Schröder führte mit Jugendlichen eine Testreihe durch. Foto: Möller

Die Bergolin-Auszubildende Yasmine Schröder lud eine Gruppe zur Qualitätskontrolle an eine Messstation ein. Beim Test der Rotationsviskosität kommt es sehr auf Genauigkeit an. Ein exaktes Ergebnis, so lernten es die Laborbesucher, ist ganz stark davon abhängig, dass die Instrumente frei von Rückständen aus vorangegangenen Untersuchungen sind.

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1 Antwort

  1. Gunnar-Eric Randt sagt:

    Sieht man sich einmal die Ausbildungsqualität der Ingenieure am Beispiel des Abgasskandals an, stellt man fest, dass Deutschland hier Fachkräfte ausgebildet hat, die ihr Geld nicht Wert sind.

    Sieht man die noch schlechteren Leistungen, insbesondere von Ärzten in Bremen und dort in den Stadtteilen Findorff (Gemeinschaftspraxis Spatz und Partner hier als negativstes Vorbild) und Schwachhausen (Kardiologie im MVZ St.-Joseph-Stift) oder in der Vahr (neurochirurgische Praxis Sonneberger Straße) an, bleibt es alleinstehenden Menschen mit Behinderungen nicht erspart, die Bundesregierung mit allen Mitteln dazu zu bewegen, die MINT-Förderung zu Gunsten einer besseren Medizinerausbildung einzustellen.

    Die ist grottenschlecht und da Bremen keine eigene medizinische Fakultät hat, an der sich niedergelassenen Mediziner fortbilden können und die Stadt auch keine der s. g. attraktiveren, weichen Standortfaktoren vorzuweisen hat, stößt selbst der Präsident der Kassenärztlichen Vereinigung ins selbe Horn, dass Experten auf Patientenseite schon seit Jahren zum Klingen bringen. Diese Töne wurden mittlerweile unisono in das Oppositionsprogramm der CDU eingebracht.

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