Der Mangel an Lokführern hat dazu geführt, dass Pendler immer häufiger Verspätungen oder Ausfälle in Kauf nehmen müssen. Laut Nordwestbahn wird sich daran voraussichtlich auch in nächster Zeit nichts ändern. Foto: Schlie Der Mangel an Lokführern hat dazu geführt, dass Pendler immer häufiger Verspätungen oder Ausfälle in Kauf nehmen müssen. Laut Nordwestbahn wird sich daran voraussichtlich auch in nächster Zeit nichts ändern. Foto: Schlie
Zugverkehr

Noch mehr Zugausfälle bei der Nordwestbahn

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Die Personalnot macht der Nordwestbahn zu schaffen. Die Folge sind Verspätungen und Zugausfälle.

Auch am kommenden Wochenende müssen Pendler und Reisende besonders aufpassen – die Nordwestbahn hat zahlreiche Ausfälle und Verspätungen auf fast allen Linien angekündigt. Grund dafür sind Personalengpässe, die sich auch in den kommenden Monaten wohl nicht verbessern werden.

Wir wissen nicht, ob es klappt, versuchen aber den Betrieb möglichst aufrecht zu erhalten“, sagt Steffen Högemann, Sprecher der Nordwestbahn. Schon vor einigen Wochen hatte das Bremer Verkehrsressort als Auftraggeber weitere Strafzahlungen angekündigt, sollte sich die Situation nicht bessern. „Wir sind mit der Situation hochgradig unzufrieden. Uns geht es nicht darum, Gelder zu kassieren, sondern wir haben für Bremen den Anspruch, dass die Züge pünktlich fahren“, sagt Verkehrsressort-Sprecher Jens Tittmann.

Viele Wechsel zur Konkurrenz

Gleichwohl bringt er aber auch Verständnis auf: „Es ist ein umkämpfter Markt, die Personalsorgen der NWB sind natürlich nachvollziehbar“, sagt Tittmann. Laut NWB-Sprecher Högemann macht sich der Lokführer-Mangel besonders an Brückentagen und Feiertagen bemerkbar. „Wir zahlen daher schon jetzt immer mehr Vertragsstrafen“, sagt Högemann.

Eine Ursache für die Engpässe ist laut Högemann der im Januar abgeschlossene neue Tarifvertrag, im Zuge dessen den Mitarbeitern sechs Tage mehr Urlaub angeboten wird, ersatzweise 2,6 Prozent mehr Gehalt. „Die meisten haben sich für mehr Urlaub entschieden“, erklärt er. Zudem seien gut sechs Prozent der Mitarbeiter zu konkurrierenden Unternehmen gewechselt.

Weniger Wagenteile für die RS1

„Die anderen Anbieter werben unsere Leute mit horrenden Prämien ab“, sagt Högemann. Statt auch solche Prämien anzubieten, will die NWB künftig mehr auf Aus- und Fortbildung setzen. „Dafür geben wir im Jahr zwei Millionen Euro aus“, sagt der Sprecher. Die Wirkungen wären aber erst frühestens im nächsten Jahr zu spüren.

Um weitere Zugausfälle auch kurzfristig zu verringern, hat die Nordwestbahn-Gruppe nun bereits eine betriebliche Änderung angekündigt: Auf der Linie der Regio-S-Bahn 1 (Farge-Hauptbahnhof-Verden) sollen ab Vegesack weniger Wagenteile an die Züge angekuppelt werden. Dadurch verringert sich der Platz für die Passagiere, starten soll der eingeschränkte Betrieb nach dem Pfingstwochenende. „Damit können wir Triebfahrzeugführer einsparen und an anderer Stelle einsetzen“, sagt Högemann.

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