Es gibt viel zu tun, aber auf Handwerker wartet man oft vergeblich. Foto: WR Es gibt viel zu tun, aber gute Handwerker fehlen in vielen Betrieben. Foto: WR
Fachkräftemangel

Wie Handwerker um Mitarbeiter kämpfen

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Abwerbung guter Mitarbeiter ist längst kein Privileg des Profifußballs mehr. Es gibt sie auch im Handwerk.

Fast niemand will darüber sprechen. Personalberater Hans-Peter Blisse, häufig im Handwerk unterwegs, stöhnt nur: „Es ist schlimmer geworden.“ Stefan Schiebe, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bremen, sagt: „Ich habe davon gehört.“

Die Deutsche Handwerkszeitung warnt: „Auf Baustellen etwa ist es Alltag, dass gezielt Mitarbeiter der Konkurrenz angesprochen werden. Mitunter werden sogar Wechselprämien ausgelobt.“

Wechselprämien nicht nur auf dem Bau

Auch in anderen Gewerken, auch in Bremen versuchen Handwerker, mit Prämien Fachkräfte zu locken, damit sie den Arbeitgeber wechseln. Rund 600 Betriebe wollen in den nächsten Monaten zusätzliche Mitarbeiter einstellen, ergab die jüngste Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Bremen.

Damit nicht genug. Jetzt erhalten die Betriebe auch noch Konkurrenz von Branchenfremden. Unter dem Motto „Gas, Wasser, Schießen“ wirbt die Bundeswehr auf Plakaten und im Internet um Meister und Gesellen. „Das gehört sich nicht“, empört sich Hans-Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH).

Kampf beginnt am Schultor

Der Kampf um Fachkräfte beginnt schon am Schultor. Handwerker versprechen Schulabgängern mitunter Smartphones und Notebooks, wenn sie einen Ausbildungsvertrag unterschreiben, wie die Bremer Kreishandwerkerschaft berichtet. Manche Betriebe legten auch 200 Euro auf die normale Ausbildungsvergütung drauf, heißt es.

In der Hansestadt haben vor allem die Betriebe in der Metallerzeugung und Verarbeitung, im Hochbau sowie in der Installation und Klempnerei die Zahl der Ausbildungsplätze erhöht, berichtet die Arbeitsagentur. Handwerkspräsident Wollseifer schlug schon vor, Unternehmen, die frisch gekürte Gesellen direkt nach der Ausbildung abwürben, sollten dem Ausbildungsbetrieb eine Ablöse zahlen – so ähnlich wie bei Fußballprofis.

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1 Antwort

  1. Gunnar-Eric Randt sagt:

    Wie Bremer Politiker an Posten klammern
    Bürgerschaftsabgeordnete und Senatoren, die zumindest mit ihrem Posten etwas darstellen, stammen allesamt nicht aus Bremen. Sie sind in so weit aber auch nur zweitklassig, da sie mit ihren Leistungen in ihrer Herkunftsheimat nichts werden konnten. Die drittklassig ausgebildeten Politiker, die in Bremen geboren und ihren Lebensweg beschritten haben, klammern zum Schaden der Hansestadt an ihren Posten, da sie wissen, dass ihre Ausbildungen im nationalen Vergleich sogar drittklassig sind. Ähnlich sieht es in Niedersachsen aus, woher beispielsweise auch die ehemalige Bundesverteidigungsministerin abstammt. Sie wurde jetzt auf den Spitzenposten in Europa abgeschoben, da sie in Deutschland, auf dem Posten als Verteidigungsministerin, nicht mehr tragbar war.

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